Bundesbank-Chef warnt vor prekärer Lage der Hellas-Banken

1. Juni 2015, 07:31
24 Postings

Andreas Dombret meint aber, dass die Gefahren für deutsche und europäische Banken aber vergleichsweise gering sind

Berlin - Die Bundesbank hat Griechenland zu einem raschen Einlenken in den Verhandlungen mit den Geldgebern aufgerufen. "Die griechische Regierung täte gut daran, schnell zu handeln - für die griechischen Banken ist es nämlich fünf vor zwölf", sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe). Die Geldhäuser seien derzeit nahezu ausschließlich auf die Notfallhilfe der griechischen Notenbank angewiesen. "Aber wie das Wort Notfall schon sagt, ist das keine dauerhafte Lösung", sagte der für die Bankenaufsicht zuständige Vorstand. "Der Ball liegt im Feld der Politik. Weder die EZB noch die Bankenaufsicht können die strukturellen Probleme der griechischen Wirtschaft lösen." Dombret nannte die Lage in Griechenland sehr kritisch. Er verwies darauf, dass die Bankkunden dort in den ersten vier Monaten 2015 bei den großen Instituten knapp 30 Milliarden Euro abgezogen hätten.

Die direkten Gefahren für die deutschen und europäischen Banken wegen der Situation in Griechenland seien aber vergleichsweise gering, wurde Dombret zitiert. "Die deutschen Banken haben in ihren Büchern beispielsweise nur noch Forderungen von 2,4 Milliarden Euro gegenüber griechischen Banken, Unternehmen und dem Staat. Das Risiko ist also überschaubar. Dennoch kann es immer anders laufen als gedacht." (Reuters, 1.6.2015)

Share if you care.