Kein Heimvorteil für die Spitzenkandidaten

31. Mai 2015, 19:20
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Rot, Schwarz und Blau verloren in den Heimatorten ihrer Spitzenkandidaten. Die Grünen dagegen legten in Eisenstadt deutlich zu

Sehr schlimm traf es die Sozialdemokraten in Winden am See. Mehr als 16 Prozentpunkte haben sie in der 1342- Seelen-Gemeinde verloren. Und, apropos Bundesebene: Es handelt sich um den Heimatort des roten Nationalrats Erwin Preiner, der dort gleichzeitig auch seit 1997 den Bürgermeister gibt. Ein kleiner Trost für die Roten: Sie sind in Winden am See dennoch weiterhin wesentlich stärker als im Landesschnitt. Trotz der massiven Verluste stellen sie dort noch die Mehrheit. Und mit Preiner eben auch den Bürgermeister.

So stark verloren wie in Winden hat die burgenländische SPÖ nirgends. Immerhin aber im traditionell roten Tschanigraben konnte man um fast zehn Punkte auf 85 Prozent erhöhen. Allerdings: Tschanigraben hat bloß 64 Wahlberechtigte. Es können dort mehr Kreuzerln gemacht werden, als es Einwohner gibt. Das ist im Burgenland möglich, da man auch mit Zweitwohnsitz seine Stimme abgeben darf. Und Tschanigraben galt seit jeher als rote "Hochburg".

Tschürtz in Heimat verloren

Die Freiheitlichen haben in nur vier Gemeinden überhaupt Verluste eingefahren. Spannend daran: FPÖ-Spitzenkandidat Johann Tschürtz dürfte in seiner Heimat nicht besonders beliebt sein - ausgerechnet in Loipersbach haben die Blauen abgebaut, allerdings nicht einmal um einen ganzen Prozentpunkt. Am stärksten zugelegt haben sie in Rauchwart im Bezirk Güssing. Dort kommen sie auf mehr als 25 Prozent.

Auch Landeshauptmann Hans Niessl musste in seiner Heimatgemeinde sanfte Verluste hinnehmen: In Frauenkirchen im Bezirk Neusiedl hat die SPÖ nicht ganz drei Prozentpunkte verloren.

Grüne stark in der Hauptstadt

In Purbach, wo Franz Steindl daheim ist, rutschte seine ÖVP von 51 auf nicht einmal 44 Prozent. Auch dort am Neusiedler See verdoppelten sich Blauen auf zehn Prozent.

Zugelegt dagegen hat LBL-Spitzenkandidat Manfred Kölly in Deutschkreutz, wo er den Bürgermeister macht. Sein Bündnis Liste Burgenland kam hier auf 40,1 Prozent, zuletzt sind es 32,4 gewesen.

In Eisenstadt haben die Grünen die FPÖ überholt und sind mit 14,3 Prozent drittstärkste Kraft in der Hauptstadt. (Katharina Mittelstaedt, Wolfgang Weisgram, 1.6.2015)

  • Der Heimvorteil kann, muss sich aber nicht unbedingt in einem guten Wahlergebnis niederschlagen.
    foto: apa/jaeger

    Der Heimvorteil kann, muss sich aber nicht unbedingt in einem guten Wahlergebnis niederschlagen.

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