Auswirkung der steirischen Reformpartnerschaft auf das Ergebnis

31. Mai 2015, 19:23
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Die FPÖ konnte vom Unmut über die Zusammenlegungen profitieren, die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt jedoch den Reformkurs.

Eine Befragung im Auftrag von ATV in der Woche vor der Landtagswahl zeigt, welche Rolle die Reformen von Sozialdemokraten und Volkspartei spielen. Mehr als vier Füntel der Wähler, die dieses Mal SPÖ oder ÖVP gewählt haben, beurteilen die Reformen überwiegend positiv. Der Unmut über die Reformen sammelte sich bei der FPÖ: Zwei Drittel der Wähler beurteilten die Reformen negativ. Insgesamt werden die Reformen jedoch von 65 Prozent der Befragten als "eher gut" bewertet.

Dementsprechend gaben 56 Prozent der Reformgegner an die FPÖ zu wählen, gefolgt von der ÖVP mit 14 Prozent. Bei den Reformbefürwortern ist die SPÖ mit 38 Prozent die stärkste Partei, die FPÖ wählen dort nur 15 Prozent.

Die Reformen konnten allerdings nur die ÖVP für sich geltend machen: Nach den wichtigsten Wahlmotiven gefragt nannten 14 Prozent der Befragten die Reformpartnerschaft, deren Arbeit sie gerne verlängert sähen. Wähler der Sozialdemokraten nannten diese nicht. Ein Drittel der Wähler der Großparteien sehen sich jedoch als Stammwähler und nannten das als Motiv auch diesmal wieder ihrer Partei treu zu bleiben.

Wie schon in der Gemeinderatswahl, verlor die ÖVP mehr Stimmen in fusionierten Gemeinden als in nicht fusionierten Gemeinden. Die FPÖ im Gegenzug gewann in den fusionierten Gemeinden stärker. Kaum einen Unterschied machten Gemeindefusionen für die SPÖ.

Eine Befragung von SORA im Auftrag des ORF zeigte jedoch, dass etwa 60 Prozent aller Wähler die Gemeindefusionen positiv sehen. Keinen Unterschied ergab die Befragung in fusionierten und nicht fusionierten Gemeinden.

Die Reformpartnerschaft war in der Landtagswahl jedoch nicht das wichtigste Thema. Sowohl die Wirtschaft als auch Zuwanderung und Integration waren die Themen, die am meisten Diskuttiert wurden. Letzteres besonder bei Wählern der Freiheitlichen. Demensprechend waren auch Asyl und Ausländer das wesentliche Motiv für Wähler der Freiheitlichen.

Auch der Protest gegen die Bundesregierung spiegelt sich im Wahlergebnis wieder. Über 90 Prozent der FPÖ Wähler sind mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden. Bei den Wählern der Grünen beurteilen etwa zwei Drittel die Bundesregierung negativ. (Michael Bauer, 31.5.2015)

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