NSA leitet Ende der Datenspeicherung ein

31. Mai 2015, 22:52
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Reform der US-Geheimdienstgesetze im Senat blockiert

Washington - Unmittelbar vor dem Ablauf einer entscheidenden Frist ist eine Reform der US-Geheimdienstgesetze am Wochenende immer unwahrscheinlicher geworden. Der republikanische Senator Rand Paul kündigte an, er werde in der Sondersitzung des Senats am Sonntag jegliche Abstimmung verhindern. Dann müsste der NSA-Geheimdienst gewisse Aktivitäten einstellen.

Paul teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, er werde "das Auslaufen des illegalen NSA-Spionageprogramms erzwingen". Damit waren sowohl ein Beschluss zur Geheimdienstreform als auch die auch von vielen republikanischen Senatoren geforderte Verlängerung der geltenden Bestimmungen zum Datensammeln in Schwebe.

Nachdem bis Sonntag 15.59 Uhr Ortszeit (21.59 Uhr MESZ) keine Entscheidung über Bereich 215 des am 1. Juni auslaufenden Patriot Act, der nach den Anschlägen vom 11. September 2001 beschlossen worden war, fiel, muss die NSA um Mitternacht (6.00 Uhr MESZ) das Sammeln von US-Telefonverbindungsdaten beenden.

So begann die NSA bereits am Sonntagnachmittag damit, ihr umstrittenes Programm zur massenhaften Speicherung von Telefon-Metadaten amerikanischer Bürger herunterzufahren - ein Prozess, der sich laut Medienberichten bis Mitternacht hinziehen wird.

Obama: "Sollte keine politische Frage sein"

US-Präsident Barack Obama warnte davor, den Streit für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Ohne den ins Weiße Haus strebenden Senator Paul namentlich zu nennen, kritisierte er die Blockadehaltung. "Leider versuchen einige Leute, diese Debatte zu nutzen, um politisch zu punkten", erklärte er am Samstag. "Aber es sollte und kann keine politische Frage sein", fügte er hinzu. "Terroristen wie Al-Kaida oder (die Jihadistenorganisation) IS hören nicht plötzlich morgen um Mitternacht auf, gegen uns vorzugehen."

Zuvor hatte Obama auf eine Einigung gedrängt, weil der Geheimdienst NSA sonst "plötzlich im Dunkeln" stehen würde. In einem ungewöhnlichen Schritt hatte sich auch Geheimdienstkoordinator James Clapper in die Debatte eingeschaltet und den Senat aufgefordert, für die Reform zu stimmen.

Überarbeitung des Patriot Act war vorgesehen

Im Repräsentantenhaus hatte eine breite Mehrheit aus Demokraten und Republikanern für die Reform, den sogenannten Freedom Act, votiert. Der Gesetzentwurf sieht eine Überarbeitung des Patriot Act vor, der den Geheimdiensten im Anti-Terrorkampf weitreichende Befugnisse eingeräumt hatte. So soll etwa das systematische Abschöpfen von Telefonverbindungsdaten in den USA beendet werden. An den NSA-Spähaktivitäten im Ausland würde sich durch den Freedom Act nichts ändern.

Der Widerstand in den Reihen der republikanischen Senatoren gegen die Reform erfolgt aus unterschiedlichen Gründen: Eine Gruppe um Mehrheitsführer Mitch McConnell sieht darin eine zu starke Beschneidung der Kompetenzen der NSA, etwa beim Kampf gegen Extremistengruppen, und ist für eine Verlängerung des Patriot Acts.

Der libertär-konservative Paul sieht dagegen sowohl im Patriot Act als auch im Freedom Act zu starke Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten. Der Senator aus Kentucky will 2016 bei der Präsidentschaftswahl antreten. (APA, 31.5.2015)

  • Bis Sonntag 15.59 Uhr Ortszeit (21.59 Uhr MESZ) muss eine Entscheidung über Bereich 215 des am 1. Juni auslaufenden Patriot Act fallen.
    foto: imago/ralph peters

    Bis Sonntag 15.59 Uhr Ortszeit (21.59 Uhr MESZ) muss eine Entscheidung über Bereich 215 des am 1. Juni auslaufenden Patriot Act fallen.

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