USA und China im Territorialstreit um Südchinesisches Meer

30. Mai 2015, 16:37
115 Postings

Pentagonchef besorgt über Landaufschüttungen - Chinesischer Militär: Verbalattacken entbehren jeder Grundlage

Singapur - Die USA haben China wegen des Territorialstreits im Südchinesischen Meer scharf kritisiert. US-Verteidigungsminister Ashton Carter forderte Peking am Samstag während einer Sicherheitskonferenz in Singapur auf, sofort alle Aktivitäten wie Landaufschüttungen und Bauaktivitäten auf umstrittenen Riffen zu stoppen.

Oberst Zhao Xiaozhuo von der chinesischen Volksbefreiungsarmee erwiderte, die US-Verbalattacken entbehrten jeder Grundlage und seien konterproduktiv.

Berlin sorgt sich um Handel

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen äußerte sich besorgt über den Streit. "Wir haben ein Interesse auch als Deutschland im pazifisch-asiatischen Raum, dass das Seerecht eingehalten wird und dass der freie Handel möglich ist", sagte die CDU-Politikern. Die Hälfte des gesamten Gütertransports auf dem Seeweg gehe durch den asiatisch-pazifischen Raum. Das sei für Deutschland als Exportnation von Bedeutung. Singapur ist die letzte Station einer sechstägigen Asien-Reise von der Leyens. .

Im Südchinesischen Meer zwischen Vietnam, Malaysia und den Philippinen streiten mehrere Länder um die Hoheit über Inseln und halb im Meer versunkene Riffe. Die Region gilt als rohstoffreich. Wie Satellitenaufnahmen im April zeigten, baut China am umstrittenen Fiery Cross-Riff eine 3.000 Meter lange Landebahn. Chinas Aktivitäten seit Anfang vergangenen Jahres seien beispiellos und besorgniserregend, sagte Carter. Er warnte Peking vor einer Militarisierung der Region.

"Legitim, angemessen und berechtigt"

"Wir wissen alle, dass es keine militärische Lösung der Streitigkeiten im Südchinesischen Meer gibt", sagte er vor Hunderten Verteidigungsexperten aus der Asien-Pazifik-Region beim Shangri-La-Dialog. Carter kündigte eine "Seesicherheits-Initiative Südostasien" an, mit der 425 Millionen US-Dollar in die Region gepumpt werden sollen.

Zhao bezeichnete die chinesischen Aktivitäten als "legitim, angemessen und berechtigt". Der chinesische Delegationsleiter spricht erst am Sonntag im Plenum der Konferenz.

Ohne China beim Namen zu nennen, sagte Carter, eine nachhaltige Sicherheitsstruktur in Asien habe keine Chance, wenn große Nationen kleinere nötigten und schikanierten. Erfolg gebe es nur durch Allianzen, die internationales Recht und Normen respektieren. (APA, 30.5.2015)

  • Landaufschüttungen auf dem Mischief-Riff.
    foto: reuters/csis/amti/digitalglobe

    Landaufschüttungen auf dem Mischief-Riff.

Share if you care.