G-7-Länder vertagen Streit um Wachstumsförderung

29. Mai 2015, 16:50
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Schäuble: Solide Haushalte sind wichtig - Strukturreformen gelten bei allen Ländern als wichtig - Risiken sollen begrenzt werden: Banken brauchen zusätzliche Puffer

Dresden/Frankfurt - Die sieben führenden Industrieländer der Welt haben ihren jahrelangen Streit über neue Schulden vorerst beendet. "Nachhaltiges Wachstum, darüber besteht Einigkeit, benötigt solide Haushalte", sagte Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble am Freitag nach dem Gipfeltreffen der G-7-Finanzminister und -Notenbankchefs in Dresden.

Ebenso herrsche Konsens, dass wachstumsfördernde Reformen umgesetzt werden müssten. Gleichzeitig müsse das Finanzsystem krisenfester gemacht werden, etwa durch zusätzliche Kapitalpolster der internationalen Großbanken.

Seit der globalen Finanzkrise 2008 schwächeln viele Industrieländer. Die G-7-Staaten stritten immer wieder über die richtige Balance von Haushaltsdisziplin und mehr staatlichen Ausgaben, um für Wachstum zu sorgen. Dabei waren es zumeist die USA, die speziell von Deutschland mehr staatliche Impulse forderten. Die Deutschen dagegen argumentierten, immer mehr Schulden gefährdeten langfristig die Stabilität und behinderten dauerhaftes Wachstum. Mittlerweile wächst in allen G-7-Ländern die Wirtschaft aber wieder, wenn auch schwächer als vor der Finanzkrise.

In Dresden haben sich die G-7-Länder auch den Rat prominenter Wirtschaftsexperten eingeholt. Sie sollen helfen, neue Wege zu gehen, um dauerhaft zu wachsen. Dabei könnte beispielsweise die Digitalisierung der Wirtschaft Impulse beisteuern, erläuterte Schäuble.

Wichtig sei zudem, Risiken und Belastungen für die Wirtschaft zu begrenzen, wie Schäuble und Bundesbank-Chef Jens Weidmann ergänzten. So sollen von den internationalen Großbanken weitere Kapitalpuffer verlangt werden, damit sie in schwierigen Zeiten Verluste besser abfedern können - und nicht zu einer Belastung für das ganze Finanzsystem werden. Und auch die Risiken der aktuellen Niedrigzinspolitik in Europa - etwa durch gefährliche Preisübertreibungen auf dem Immobilienmarkt oder die Belastungen für Versicherungen - sollen schärfer in den Blick genommen werden. (APA/Reuters, 29.5.2015)

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