Unesco will Great Barrier Reef vorerst nicht auf Rote Liste setzen

29. Mai 2015, 16:31
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Australien muss bis 2016 jedoch neuen Bericht vorlegen

Paris/Canberra - Die Unesco will das bedrohte australische Great Barrier Reef vorerst nicht auf seine Rote Liste für gefährdetes Welterbe setzen. Diese Empfehlung gab die UN-Kulturorganisation am Freitag in Paris für die Sitzung des Welterbekomitees Ende Juni in Bonn. Gleichzeitig muss die australische Regierung aber bis Ende 2016 einen neuen Bericht vorlegen.

Das weltberühmte Riff ist seit Jahren von Korallenschwund, sinkender Wasserqualität und Hafenausbau bedroht. Unesco-intern wurden die Formulierungen mit Vorgaben für den Erhalt des Great Barrier Reefs als "sehr deutliche Worte" bewertet. Die Welterbe-Schützer setzen auf die Umsetzung eines bis 2050 konzipierten Langzeitplans. Dieser müsse nun in konkreten Regelungen umgesetzt werden. Dazu rechnet die Unesco etwa die Beschränkung der Hafenentwicklung oder die Entsorgung von Baggergut. Zur Verbesserung der Wasserqualität soll die Verschmutzung bis 2025 um 80 Prozent reduziert werden.

Die Aberkennung des seit 1981 bestehenden Welterbe-Titels wäre für Australien nicht nur ein Prestigeverlust, sondern könnte das Land auch finanziell empfindlich treffen. Das Great Barrier Reef in einem rund 345 000 Quadratkilometer großen Meerespark vor der Nordostküste ist eine der größten Touristenattraktionen. Seit 1985 ist fast die Hälfte der Korallen am Riff verschwunden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht in der Unesco-Empfehlung einen Warnschuss. "Das Welterbe-Komitee zeigt der australischen Regierung die Rote Karte und behält sie im Auge", sagte Greenpeace-Meeresexpertin Sandra Schöttner. "Kohleförderung oder Riffschutz - beides zusammen geht nicht."

Der Umweltschutzverband WWF rechnet damit, dass zum Schutz Investitionen von mindestens 350 Millionen Euro notwendig sind. "Der Entwurf des Unesco-Beschlusses hält zumindest den Druck auf die australische Regierung aufrecht, Resultate zu liefern und den Verfall des Riffs zu stoppen", sagte Günter Mitlacher vom WWF Deutschland. (APA, 29.5.2015)

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