Rückenschmerzen, aufs Kreuz gelegt

1. Juni 2015, 07:02
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Wie Kreuzweh entsteht und was man dagegen tun kann, erklärt das neue Buch "Den Rücken selbst heilen"

Plötzliche Rückenschmerzen bringen einen mit dem medizinischen System in Kontakt. Die klassische Karriere eines Patienten: Hausarzt, Besuch beim Orthopäden, Schmerztherapie, Überweisung zu Röntgen und/oder CT und MR und dann warten, dass sich die Dinge im Kreuz wieder normalisieren.

Zum Abschluss dann ein paar Einheiten Physiotherapie. So weit, so der Fahrplan. Die alles entscheidende Frage, warum, bleibt meist unbeantwortet. Kreuzweh ist komplex, niemand hat heute genügend Zeit mehr, sich lange aufzuhalten.

Kreuzweh verstehen

Dieses Defizit können Bücher aber abfedern. Wer Kreuzweh verstehen will, sollte sich an den Orthopäden und Buchautor Martin Marianowicz halten. Zum einen, weil er nicht nur die Anatomie erklärt, sondern auch entdramatisiert. Was Hoffnung macht: Er setzt auf die Selbstheilungskräfte des Rückens. Dabei werden bildgebende Verfahren relativiert und vor der Operations- und Interventionslust der Orthopäden gewarnt.

Als Vertreter dieser Zunft geht Marianowicz das Problem umfassend an. Die schlechte Nachricht für Faule: Wer Rückenschmerzen loswerden will, braucht nach einer guten Schmerztherapie ein maßgeschneidertes Bewegungsprogramm - und zwar täglich, für immer. Übungen und Checklisten werden mitgeliefert. Plus: Entspannungstrainings.

Der Buchautor schafft es, Anspannung (Psyche) und Verspannung (Muskeln) logisch miteinander in Verbindung zu bringen und im Leser die Überzeugung zu zementieren, dass Schmerzfreiheit in der eigenen Hand liegt. Wer es nicht glauben will: Das Buch lässt sich bei jeder neuen Schmerzattacke wieder lesen. (Karin Pollack, 30.5.2015)

  • Martin Marianowicz, "Den Rücken selbst heilen". Gräfe & Unzer 2015, € 20,60, 192 Seiten
    foto: gu verlag

    Martin Marianowicz, "Den Rücken selbst heilen". Gräfe & Unzer 2015, € 20,60, 192 Seiten

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