Neustadt kämpft ums Überleben, Altach um Rekord

29. Mai 2015, 15:49
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Sieg und Schützenhilfe von Grödig muss her - Schlusslicht drei Partien unbesiegt und ohne Gegentor - Altach würde bei Sieg neuen Aufsteiger-Punkterekord aufstellen

Altach/Wiener Neustadt - Wiener Neustadt biegt mit schlechten Karten in die Zielgerade der Fußball-Bundesliga ein. Das Schlusslicht ist im Abstiegskampf in der 36. Runde nicht nur zu Hause gegen den Vierten Altach zum Siegen verdammt, sondern muss auch auf eine Niederlage vom Vorletzten Admira Wacker Mödling in Grödig hoffen. Bei Punktegleichheit würde das bessere Torverhältnis den Admiranern den Klassenerhalt sichern.

Die Wiener Neustädter wollen aber gar nicht zu viel nach Grödig blicken, die volle Konzentration gilt der eigenen Aufgabe, die schwer genug ist. "Wir müssen uns nur auf uns fokussieren, alles andere liegt nicht in unserer Hand", sagte Wiener-Neustadt-Trainer Helgi Kolvidsson. Die Entwicklung seiner Mannschaft ist positiv, in den jüngsten drei Spielen gab es mit den 0:0 bei der Admira und zuletzt bei Rapid sowie dem 2:0 gegen den WAC fünf Punkte und kein Gegentor. "Wir haben den Druck auch in den letzten Spielen schon gehabt und ihm standgehalten. Die Jungs arbeiten konzentriert und gut", blickte der Isländer positiv voraus.

Hoffnung macht dem Letzten, der nach sechs Saisonen im Oberhaus vor dem bitteren Gang in die Erste Liga steht, auch der Blick auf das erste direkte Duell mit den Vorarlbergern im Stadion in der Giltschwertgasse. Kristijan Dobras (53.) und Conor O'Brien (89./Elfmeter) hatten da einen 2:0-Erfolg herausgeschossen. Negativ ist für die Niederösterreicher, dass mit Reinhold Ranftl eine tragende Figur der letzten Wochen ausfällt. Der 23-jährige Ex-Sturm-Kicker hat seine fünf Saisontore in den jüngsten fünf Runden erzielt. "Er hat vor allem zu Hause starke Leistungen gebracht, aber wir müssen das kompensieren, jetzt muss halt ein anderer ran", sagte Kolvidsson.

Topstürmer Philip Hellquist ist wieder fit, für die Anfangsformation aber noch kein Thema. "Er ist eine Option, wenn wir alles auf eine Karte setzen müssen. Er ist auch dank seiner gefährlichen Freistöße eine Waffe", setzt Kolvidsson wohl auf die "Joker"-Künste des Schweden. Richtungsweisend ist die Partie für den ganzen Verein, darunter auch für Kolvidsson. Sein Vertrag würde sich im Falle des Klassenerhalts automatisch verlängern, Gespräche über einen etwaigen Verbleib auch in der Erste Liga haben noch nicht stattgefunden. "Jetzt geht es nur darum, unbedingt drin zu bleiben", betonte Kolvidsson.

Die Altacher können dank des fixierten Europa-League-Qualifikations-Platzes gelassener in die Partie gehen. Der Aufsteiger hat aber trotzdem noch Ziele vor Augen. Ein Auswärtssieg könnte eine Verbesserung auf Rang drei mit sich bringen, sollte Sturm Graz zu Hause gegen Ried nicht voll punkten. "Wir haben es leider nicht mehr in der eigenen Hand, hoffen, dass uns Ried unterstützt", sagte Altach-Trainer Damir Canadi. Doch auch mit Rang vier könnte die Canadi-Truppe gut leben. "Dritter oder Vierter würde keinen großen Unterschied machen", ist der Wiener mit der Saison in jedem Fall hoch zufrieden.

Ein anderes Ziel können die auswärts vier Partien sieglosen Vorarlberger sehr wohl aus eigener Kraft erreichen. Der Aufsteiger-Punkterekord in der Liga vom GAK (57 Punkte in der Saison 1995/96) wäre bei einem Unentschieden eingestellt und bei einem Auswärtssieg übertroffen. "Wir haben die Möglichkeit, bester Aufsteiger der Geschichte zu werden. Das ist schon noch ein Ziel, das wir schaffen wollen", gab Canadi die Marschroute vor.

Deshalb werde seine Truppe, in der Hannes Aigner vor seinem 200. Ligaspiel steht, auch aktiv ins Spiel gehen. "Wir wollen gewinnen. Es wird aber keine leichte Aufgabe, wir wissen, dass Wiener Neustadt alles versuchen wird", wusste Canadi. Vom Gegner hatte er sich beim 2:0-Heimsieg gegen den WAC am 20. Mai im Stadion ein Bild gemacht. "Da haben sie ganz gut gespielt. Es hat mich überrascht, wie sie in ihrer Situation aufgetreten sind, sie waren spielstark, haben von hinten heraus kombiniert", sagte Canadi. Wer in seinem Team das Tor hütet, ist offen. Andreas Lukse hat nach seinem Einsatz beim 2:0 gegen Grödig wieder Probleme mit seinem lädierten Finger. (APA; 29.5.2015)

SC Wiener Neustadt - SCR Altach (Wiener Neustadt, Stadion Wiener Neustadt, live ORF eins, Sonntag, 16.30 Uhr, SR Lechner). Bisherige Saisonergebnisse: 0:2 (a), 2:0 (h), 1:3 (a)

Wiener Neustadt: Vollnhofer - T. Kainz, Susac, Sereinig, Prettenthaler - Freitag, O'Brien - Dobras, Rauter, Hofbauer - Maderner

Ersatz: Schierl - Pollhammer, Mally, S. Wimmer, Denner, M. Koch, Osman Ali, Tieber, Hellquist, Schöpf, J. Salamon

Es fehlen: Ranftl (gesperrt), Mimm (im Aufbautraining)

Altach: Lukse/Brandner - Lienhart, Netzer, Zwischenbrugger, Zech - Ngwat-Mahop, Prokopic, Roth, Schreiner - Bodul, Aigner

Ersatz: Brandner/Lukse - A. Pöllhuber, Gercaliu, Jäger, P. Salomon, Seeger, Kovacec

Es fehlen: Ortiz (gesperrt), D. Luxbacher (Fersenprellung), Kobras (Oberschenkelzerrung)

Fraglich: Tajouri, Riverola, Lukse (alle angeschlagen)

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