Vom Ei zur fertigen Biene in 60 Sekunden

4. Juni 2015, 12:00
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US-Fotograf hielt die 21 Tage dauernde Entwicklung von Bienenarbeiterinnen in einem Zeitraffervideo fest

screenshot: national geographic/anand varma

Drei Wochen vergehen, ehe aus einem Ei eine Arbeiterin heranwächst - erstaunlich wenig Zeit, wenn man bedenkt, dass die Biene während dessen mehrere dramatische Metamorphosen durchläuft. Nach den ersten drei Tagen als Ei schlüpft ein wurmförmiger Winzling, der sich noch recht verloren am Grund seiner Wabe windet. In den folgenden sechs Tagen wird der Wurm mit Hochdruck hochgepäppelt. In dieser Phase ihrer Entwicklung legt die Larve etwa das 1.000-fache ihres Ursprungsgewichts zu. Die restlichen 12 Tagen verbringt sie versteckt hinter einem Deckel in der Verpuppung. In dieser Zeit durchläuft das Wesen grundlegende Veränderungen.

Der Biologe und Naturfotograf Anand Varma hat für den National Geographic hinter die Tür geblickt und das Heranwachsen der Bienen in einem beeindruckenden 60-Sekunden-Zeitrafferfilm dokumentiert. Für das spektakuläre Wabenballett hat Varma in seinem Hof im kalifornischen Berkeley eigens einen Bienenstock aufgebaut. Auch der Todfeind der Biene hat in dem Video einen Auftritt: Die Varroamilbe (Varroa destructor).

Unbesiegbarer Todfeind

Der Schädling stammt aus dem asiatischen Raum und trat in Österreich erstmals 1983 in Erscheinung. Schon wenige Jahre später war sie praktisch in jedem Bienenstock zu finden. Seither widersteht sie hartnäckig jedem Versuch, sie loszuwerden. Eine Erklärung für die scheinbar unmögliche Ausrottung der Milbe ist, dass der größte Feind der Bienen auch von diesen selbst in das Volk gebracht wird, wenn sie etwa den Honig von befallenen Völkern rauben.

Auf der Ideenkonferenz TED, wo er auch sein Video präsentierte, berichtete Varma, wie sich die Varroamilbe künftig auch ohne Chemikalien bekämpfen lassen könnte. Ein Weg wäre etwa die Züchtung von milbenresistenten Bienen. Doch auch diese Strategie ist nicht ohne Komplikationen: immune Bienen erwiesen sich in den USA beispielsweise als aggressiver als ihre nicht-resistenten Artgenossen.

--> National Geographic: For a Biologist-Turned-Photographer, a Beehive Becomes a Living Lab

(red, 4.6.2015)

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