Studentenleben mit Concierge-Service

30. Mai 2015, 09:00
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In Wien boomen hochpreisige Studentenheime. Bei der Wirtschaftsuniversität entsteht ein Projekt mit 600 Wohnungen, ein neues "Milestone " kommt auch

Die Studenten, die es sich leisten können, haben in der Nähe der Wiener Wirtschaftsuniversität zunehmend die Qual der Wahl: Seit zwei Jahren bietet das Studentenheim "Milestone" voll möblierte Apartments inklusive Dachterrasse, Fitnessraum und Learning Rooms an. Ein ähnliches Konzept verfolgt auch die Campus Lodge der IG Immobilien, die sich ebenfalls im zweiten Bezirk angesiedelt hat.

Das bis dato größte Projekt in dieser Kategorie wird im kommenden Herbst seine Türen öffnen: Das "Urbia Linked Living", ein Projekt des Schweizer Unternehmens Corestate Capital, wird auf einer Fläche von 16.000 Quadratmeter 589 Apartments für Studierende und "Young Professionals" anbieten. An der U2 gelegen, will man sich nicht nur an Studenten an der Wirtschaftsuniversität richten, sondern auch andere Studierende ansprechen.

Gemeinsam haben alle Angebote den Rundum-Service, der den überwiegend jungen Menschen geboten wird: Die Wohnungen sind stylish eingerichtet, es gibt einen Concierge-Service, der sich um kleinere und größere Probleme fernab der elterlichen vier Wände kümmert. Außerdem gibt es Fitnessbereiche (die aber teilweise kostenpflichtig sind), Lernbereiche und Partyräume. Den Studierenden wird nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch eine "Community" versprochen.

Stolzer Preis

Noch etwas haben diese Angebote gemein: Sie kommen mit einem recht stolzen Preis daher. Für das "billigste" Zimmer im Projekt "Urban Linked Living" werden 609 Euro verlangt - all inclusive. Die Zimmer sind zwischen 19 und 24 Quadratmeter groß und verfügen über eine kleine Küchenzeile, ein Schlafsofa, ein Kleiderschrank, eine Arbeitsecke und ein Bad. Wer tiefer in die Taschen greifen will, kann auch 949 Euro für eine größere Wohnung mit Balkon oder Terrasse zahlen.

Kay-Uwe Blandow von Corestate Capital geht bei einer Baustellenführung davon aus, dass in den meisten Fällen wohl die Eltern der Studierenden für die Wohnungen zahlen werden. Er rechnet mit vielen ausländischen Bewohnern. "Natürlich gibt es in Wien auch Objekte um 300 Euro", sagt er. Der Preis sei aber mit einem höheren Standard - etwa der eigenen Küche und dem eigenen Bad - argumentierbar.

Dem Unternehmen gehören in Deutschland 13 Studentenheime, die laut Blandow voll belegt sind. Vielen Interessenten sei der Sicherheitsaspekt wichtig: Alle Gemeinschaftsflächen werden von Überwachsungskameras überwacht, ein modernes Sicherheitssystem soll Bewohner und Anlage schützen. Auch das "All inclusive"-Konzept komme gut an: Immer mehr Studierende würden ihren Bachelor in der einen, ihren Master in einer anderen Stadt machen: "So ist man flexibel und schnell wieder weg."

Mit einer aktiven Vermarktung sei erst vor wenigen Wochen begonnen worden, die ersten fixen Anmeldungen gebe es aber bereits. Bei der Eröffnung im Herbst rechnet Blandow mit einer Auslastung von 50 Prozent.

Neue Assetklasse

Seit seiner Eröffnung vor zwei Jahren ist das "Milestone" ausgebucht. Nun entsteht ein zweites Projekt in Wien, das "Milestone an der Krieau" mit 350 Apartments. Sorgen, dass das stetig wachsende Angebot keine Abnehmer finden wird, gibt es keine: "Der gesamte Markt des studentischen Wohnens ist im Wandel begriffen, und der Bedarf steigt", ist Bernhard Wippaunig, Geschäftsführer der Milestone Operations GmbH, überzeugt.

Die Assetklasse studentisches Wohnen sei eine "relative Neuentdeckung" und in Deutschland erst seit "ein paar Jahren", in Österreich überhaupt erst seit kurzem Thema, meint Blandow. Investoren würden sich zunehmend dafür interessieren: Im Vergleich zum normalen Wohnungsmarkt sei hier zwar die Fluktuation stärker - dafür seien aber auch die Erträge größer.

In den Universitätsstädten Österreichs gebe es jedenfalls noch genügend Bedarf für weitere hochpreisige Angebote, meint Blandow: Das Unternehmen befinde sich derzeit auf der Suche nach Grundstücken in Wien, Salzburg und Graz. (Franziska Zoidl, 30.5.2015)

  • So können Studierende in Wien bald wohnen - zumindest wenn sie es sich leisten  können: Das "Milestone an der Krieau" soll 2016 fertig werden und über 350  Apartments verfügen.
    foto: milestone

    So können Studierende in Wien bald wohnen - zumindest wenn sie es sich leisten können: Das "Milestone an der Krieau" soll 2016 fertig werden und über 350 Apartments verfügen.

  • Das "Urbia Linked Living" wird im heurigen Herbst eröffnen und hat fast 600  Kleinwohnungen im Angebot.
    foto: corestate capital

    Das "Urbia Linked Living" wird im heurigen Herbst eröffnen und hat fast 600 Kleinwohnungen im Angebot.

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