Schweden: Verzicht auf Buhruf-Zensur bei Song Contest gefordert

29. Mai 2015, 14:44
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Parlamentarische Anfrage an Kulturministerin - Liberaler Politiker: Schweden kein Land für Zensur

Stockholm/Wien - Die schwedische Kulturministerin Alice Bah-Kuhnke muss sich angesichts der Austragung des Song Contests kommendes Jahr in Schweden mit der von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) gehandhabten Praxis des Überblendens von Buhrufen auseinandersetzen. Der Kultursprecher der liberalen Volkspartei, Bengt Eliasson, hat eine entsprechende parlamentarische Anfrage gestellt.

Die Ministerin solle gemeinsam mit dem öffentlich-rechtlichen Sender SVT ein Zeichen setzen, dass ein Land wie Schweden nicht bereit sei, die Meinungsfreiheit der Menschen durch Zensur zu unterbinden, sagte Eliasson in einem Interview mit der Stockholmer Tageszeitung "Dagens Nyheter" (Donnerstag-Ausgabe).

Buhrufe für Russland

Nachdem in den vergangenen Jahren wiederholt russische Künstler vom Hallenpublikum ausgebuht worden waren, hatte man sich entschieden, die Unmutsbekundungen aus der Halle mit der Begründung abzublenden, dass man den ESC von politischen Äußerungen freihalten wolle. Auch in der Wiener Stadthalle waren bei hohen Punktevergaben an die heurige russische Kandidatin Polina Gagarina Buhrufe laut geworden, die schließlich von den Moderatorinnen Alice Tumler und Conchita Wurst eine Ermahnung des Publikums zur Folge hatten. (APA, 29.5.2015)

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