NSA-Chef: "Verschlüsselung ist nicht schlecht"

29. Mai 2015, 11:43
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Mike Rogers spricht sich für geschützte Kommunikation aus, will aber weiter bedarfsmäßig Zugriff auf ihre Inhalte

Die globale Beliebtheit des US-Geheimdienstes NSA befindet sich seit rund zwei Jahren im Sturzflug. Im Juni 2013 brachte ein einstiger Mitarbeiter, Edward Snowden, das globale Überwachungsprogramm der Behörde und verschiedener internationaler Partner ans Licht. Seitdem reißt die Kritik nicht ab, zumal regelmäßig immer neue Details bekannt werden.

Mit dem Bekanntwerden der Affäre traten aber auch Datenschützer auf den Plan und begannen, die Öffentlichkeit für verschlüsselte Kommunikation zu sensibilisieren. Nun hat sich NSA-Chef Mike Rogers auf einer Sicherheitskonferenz in Estland zu Wort gemeldet. Er spricht sich für die Verschlüsselung von Kommunikation aus, beharrt dabei aber weiter auf einer bekannten Forderung.

Verschlüsselung ist gut, aber...

"Verschlüsselung wird in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen" und es sei "lächerlich", etwas anderes zu behaupten, zitiert ihn ZDNet. Es sei schwierig, Sicherheit und Privatsphäre der Bürger zu wahren, doch es müsse beides getan werden. "Verschlüsselung ist nicht schlecht".

Nutzer sollten die Möglichkeit haben, sich unter dem Schutz einer Verschlüsselung auszutauschen. Jedoch sei es wichtig, dass Behörden wie die NSA im Bedarfsfall Einsicht auf die Kommunikationsinhalte erhalten könnten. Er fordert die Schaffung von Strukturen, die der NSA ein "legales Arbeiten" ermöglichten, ohne der Regierung "zu viele Mittel bereitzustellen, an Informationen zu kommen".

Internationale Rechtsbasis gefordert

Rogers fordert außerdem eine internationale Normierung der Rechtsbasis für das Internet. Auch dies sei wichtig für Rahmenbedingungen, unter denen sichere Verschlüsselung betrieben werden könne, ohne die Arbeit der Behörden zu erschweren.

Absichten vs. Realität

Zwischen den lobenden Worten für Verschlüsselung und der bisherigen Vorgangsweise der NSA bestehen jedoch grobe Diskrepanzen, wie der Spiegel erinnert. So lauschen NSA und Partner nicht nur an diversen Knotenpunkten im Netz mit, die NSA soll auch schon Verschlüsselungsstandards sabotiert haben und beständig auf der Suche nach Möglichkeiten sein, sie selbständig aushebeln zu können. (gpi, 29.05.2015)

  • Die NSA findet Verschlüsselung gut, will sie aber bei Bedarf umgehen können.
    foto: imago

    Die NSA findet Verschlüsselung gut, will sie aber bei Bedarf umgehen können.

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