Radfahren im Weinviertel, Weitblick inklusive

29. Mai 2015, 14:51
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Eine gemütliche Streckenfahrt mit dem Rad führt zwischen Staatz und Ladenbrunn zu Aussichtspunkten, die auch aus geschichtlichem Blickwinkel interessant sind

Als Ausgangspunkt dieser Radtour durch das Obere Weinviertel wird der Bahnhof Enzersdorf bei Staatz gewählt. Gleich nach dem Aussteigen rückt die auf einem 90 Meter hohen Felsen gelegene Burgruine Staatz ins Blickfeld. Im Jahre 1072 erstmalig erwähnt, galt die beeindruckende Anlage lange Zeit als uneinnehmbar, sie wurde aber, wie viele Burgen im Wein- und Waldviertel, 1645 von den Schweden erobert. In der Felsenbühne am Fuße der Ruine werden im Sommer Open-Air-Musicals aufgeführt.

Beeindruckender Rundumblick

Von der Burgruine folgen wir sieben Kilometer weit der Landesstraße über Wultendorf und Loosdorf mit seinem Schlossmuseum bis nach Hagenberg. Dort wartet mit dem "Hagenberger Weitblick" der erste Aussichtspunkt auf dem 328 Meter hohen Weißenberg.

foto: joadl
Von der Aussichtswarte am Oberleiser Berg blickt man in Richtung Norden bis nach Tschechien.

Der zwölf Meter hohe Holzturm ist in drei Zwischenplattformen und ein Aussichtsdeck unterteilt, der Rundumblick trotz der geringen Höhe beeindruckend: In Richtung Süden reicht er bis zu den Oberleiser Bergen, im Westen und Norden breiten sich große Teile des Weinviertels vor einem aus. Zahlreiche Schautafeln im Umfeld des Turms sollen das Interesse an der Natur wecken.

Einzige größere Erhebung

Der Zustieg erfolgt über das westliche Ortsende von Hagenberg – dafür der Straße nach Gnadendorf folgen – nach rund 700 Metern biegt rechts ein Güterweg zur Warte am Weißenberg ab.

Rund zehn Kilometer Luftlinie weiter südlich befinden sich die Leiser Berge. Wir folgen der Straße von Hagenberg über Zwentendorf, Gnadendorf, Pyhra und Klement nach Oberleis – rund 17 Kilometer mit dem Rad , um dorthin zu gelangen. Diese "Berge" sind mit knapp 500 Metern Seehöhe die einzige größere Erhebung auf dem Weg von Wien bis zur tschechischen Grenze.

Lange Siedlungsgeschichte

Der 457 Meter hohe Oberleiser Berg weist eine rund 6.000 Jahre alte Besiedlungsgeschichte auf. Noch heute sind dort die Grundmauern eines germanischen Fürstensitzes zu sehen. Eine Ausstellung über den Berg in der Früh- und Römerzeit befindet sich im Inneren der 20 Meter hohen Aussichtswarte, die einem römischen Wachturm nachempfunden ist.

foto: andreas brudnjak
Die Hagenberger Aussichtswarte

89 Stufen führen zur Aussichtsplattform in 17 Meter Höhe. Der Panoramablick reicht bei guter Sicht von den Hundsheimer Bergen bei Hainburg über den Wienerwald bis zu den Voralpen.

Für die Rückreise bietet sich auf dieser Streckenfahrt der 15 Kilometer von Oberleis entfernt gelegene Bahnhof in Ladendorf an. Um dort hinzukommen, besser nicht über Ernstbrunn und entlang der B 40 nach Ladenbrunn radeln, sondern die ruhigere Variante über Niederleis, Schloss Niederleis, Grafensulz und Garmanns wählen. Vor Niederleis nicht in den Ort fahren, sondern kurz nach dem Schloss die Abzweigung nach Grafensulz – parallel zur eingestellten Bahnlinie – nehmen; weiter bis nach Ladendorf. (Andreas Brudnjak, 29.5.2015)

karte: der standard
Hier finden Sie den Link zur druckfähigen Karte.


Anreise: zum Beispiel von Wien mit der Schnellbahn Richtung Laa an der Thaya bis zur Haltstelle Enzersdorf bei Staatz; Rückfahrt von Ladendorf

Schwierigkeiten: etwas steiler wird es nur am Oberleiser Berg, 1,5 km, 100 Hm.

Oberleiser Warte: Öffnungszeiten von März bis Oktober an Samstagen (13 – 18 h) und an Sonntagen (10 – 12 h) oder gegen Voranmeldung unter Tel. 02576-80358

Einkehr: zahlreiche Gasthöfe unterwegs

Open Air: www.felsenbuehne-staatz.at

Karte: Kompass Nr. 204 Weinviertel, Maßstab 1:50 000

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