Frankenschock bremst Wachstum in der Schweiz

29. Mai 2015, 08:42
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Die Wirtschaftsleistung des Landes sinkt um 0,2 Prozent. Es ist dies der erste BIP-Rückgang seit 13 Quartalen

Zürich - Die Abkehr vom Euro-Mindestkurs und die darauffolgende schockartige Franken-Aufwertung haben das Wachstum in der Schweiz abgewürgt. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) sank im ersten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mit. "Negative Impulse kamen insbesondere von der Handelsbilanz mit Waren und Dienstleistungen", erklärten die Seco-Ökonomen. Einen stärkeren Rückgang verhinderten die zunehmenden Investitionen in Anlagen und der anziehende Privatkonsum. In der Produktion dagegen schwächte sich das Wachstum in vielen Branchen deutlich ab, insbesondere Handel und Gastgewerbe entwickelten sich rückläufig.

BIP-Anstieg im Vorjahresvergleich

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal gab es einen BIP-Anstieg von 1,1 Prozent. Im Jahr 2014 war die Schweizer Wirtschaft um 2,0 Prozent gewachsen.

Volkswirte hatten für die ersten drei Monate einen BIP-Rückgang von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal prognostiziert und 1,5 Prozent Wachstum gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Im Jänner hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) den mehr als drei Jahre geltenden Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgehoben. Die darauffolgende Franken-Aufwertung verteuert Schweizer Exporte und mindert die Konkurrenzfähigkeit von Schweizer Firmen im Ausland. Experten erwarten eine deutliche Wachstumsabschwächung und möglicherweise eine kurze leichte Rezession. Aktuell werden für die Gemeinschaftswährung 1,0325 Franken bezahlt. (Reuters, 29.5.2015)

  • Im Jänner hob die Schweizerische Nationalbank den mehr als drei Jahre geltenden Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken auf.
    foto: reuters/phil noble

    Im Jänner hob die Schweizerische Nationalbank den mehr als drei Jahre geltenden Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken auf.

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