Gorbatschow: Russland und Westen vor schwerer Konfrontation

29. Mai 2015, 06:31
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Scheitern seiner Perestroika-Politik eingeräumt

Moskau – Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow sieht Russland und den Westen vor einer neuen schweren Konfrontation. "Die Gefahr einer Eskalation internationaler Konflikte und eines weiteren Kalten Krieges rückt näher", heißt es in einem am Donnerstag in Moskau veröffentlichten Grundsatzpapier des Gorbatschow-Fonds.

Das Dokument erscheint anlässlich des Jahrestags des Beginns von Gorbatschows demokratischen Reformen am 28. Mai 1986 in der Sowjetunion. Der 84-jährige ehemalige Staats- und Parteichef der UdSSR hat dem Westen vor dem Hintergrund der blutigen Ukrainekrise mehrfach vorgeworfen, eine "globale Unordnung" mit internationaler Kriegsgefahr geschaffen zu haben.

In dem Grundsatzpapier über 1986 räumt Gorbatschow ein, dass er mit seiner Reformpolitik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) insgesamt gescheitert sei. Die sowjetische Gesellschaft sei unreif gewesen für massive Reformen. Allerdings sei der Fall der Berliner Mauer ein Verdienst dieser Politik gewesen.

Gorbatschow gilt als einer der Väter der deutschen Einheit. Experten wollten am Donnerstag im Moskauer Sitz seiner Stiftung über die Reformen in der UdSSR diskutieren. Der Ex-Sowjetpräsident konnte aber nicht daran teilnehmen. Er sei zu einer Kur in einem Moskauer Krankenhaus, teilte der Politiker russischen Medien zufolge mit. (APA, 29.5.2015)

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