Downsizing: Kleine Benzinsäufer

31. Mai 2015, 17:00
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Kleinere Motoren bringen nicht automatisch einen Verbrauchsvorteil

Downsizing ist ein beliebtes Schlagwort für Autohersteller, um sich aus der Umwelt-Affäre zu ziehen. Kleinere Motoren bringen aber nicht automatisch einen Verbrauchsvorteil.

So ist es eine beliebte Methode, einen kleinen Dreizylinder mit weniger als einem Liter Hubraum mit Turbolader zu versehen, um damit bei einem Klein- oder auch Kompaktwagen gute Fahrleistungen bei geringem Verbrauch zu erzielen. Das gelingt auch fast immer am Papier, also beim Normverbrauch. In Wirklichkeit klaffen die Ergebnisse aber weit auseinander, mitunter weiter als bei jedem anderen Motorkonzept.

Diese sehr kleinen, auf Sparsamkeit getrimmten Motoren ermöglichen auch einen sehr geringen Spritverbrauch, aber nur bei entsprechend bewusster Fahrweise. Nützt man das Leistungspotenzial eines derartig motorisierten Fahrzeugs voll aus, ist der Spareffekt gering, ja es kann sogar zu einem Mehrverbrauch gegenüber einem konservativen Saugmotor kommen.

Sparsamkeit möglich

Das heißt, die neue Technik eröffnet dem Fahrer lediglich die Möglichkeit, sehr sparsam unterwegs zu sein. Bleifuß wird weiterhin gnadenlos bestraft. Praktisches Beispiel: Der neue Renault Twingo. Wer die tolle Dynamik des Kleinwagens nutzt, benötigt an die 7,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Wer hingegen sparbewusst fährt, kommt ohne echte Entbehrungen in Sachen Fahrgefühl locker unter fünf Liter.

Der Spareffekt kleiner Motoren hat auch dann Grenzen, wenn sie in zu schwere Autos eingebaut sind. Dann ist der Motor sehr schnell gestresst und wird auch zum Säufer. (Rudolf Skarics, 31.5.2015)

  • Wer's kann, ist mit dem Renault Twingo sehr sparsam unterwegs.
    foto: renault

    Wer's kann, ist mit dem Renault Twingo sehr sparsam unterwegs.

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