Justiz ermittelt offenbar gegen Benko

28. Mai 2015, 16:57
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"Wirtschaftswoche": Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Karstadt-Eigentümer in Zusammenhang mit dem Bau eines Luxus-Chalets im Nobelschiort Lech

Wien- Der österreichische Immobilieninvestor Rene Benko steht einem Medienbericht zufolge erneut im Visier der Justiz. Die Staatsanwaltschaft ermittle gegen den Karstadt-Eigentümer in Zusammenhang mit dem Bau eines Luxus-Chalets im Nobelschiort Lech, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Donnerstag vorab. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien bestätigte lediglich das Ermittlungsverfahren - machte jedoch keine Angaben zum Kreis der Beschuldigten.

Diesen würde Vorteilsannahme und Vorteilszuwendung vorgeworfen, sagte eine Sprecherin der Behörde. "Im Prinzip geht es dabei um einen von der Gemeinde Lech abgeschlossenen zivilrechtlichen Vergleich über ein Vorkaufsrecht. Es ist in dem Zusammenhang zu einer Zahlung gekommen und wir prüfen jetzt die Hintergründe dieser Zahlung." Die Ermittlungen liefen seit Jahresbeginn. Ein Sprecher von Benkos Holding Signa wollte sich dazu nicht äußern. In der Gemeindeverwaltung von Lech war am Donnerstag zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Benko bietet Insidern zufolge erneut für die Karstadt-Konkurrentin Kaufhof. Vor etwa vier Jahren unternahm der Österreicher schon einmal einen Anlauf zum Kauf der Warenhauskette. Die Verhandlungen scheiterten damals Insidern zufolge an Finanzierungsfragen. Nun interessiert sich Kreisen zufolge auch der kanadische Handelskonzern Hudson's Bay für Kaufhof.

Hintergrund für das Verfahren in Österreich ist Medienberichten zufolge der Kauf eines baufälligen Berggasthofs durch Benko. Er habe der Gemeinde Lech, die ein Vorkaufsrecht auf die Liegenschaft beanspruchte, 250.000 Euro angeboten, damit sie auf ihr Vorkaufsrecht verzichte. Weitere 250.000 Euro habe Benko für ein schnelles Genehmigungsverfahren für den Bau seines Chalets anstelle des Berggasthofs geboten.

In einem früheren Korruptionsprozess wurde Benko vorgeworfen, über seinen Steuerberater Politiker bestochen zu haben, die in einer steuerlichen Angelegenheit zugunsten von Signa intervenieren sollten. Er bekam eine Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung aufgebrummt. (Reuters, 28.5.2015)

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