Heimische Industrie kommt nicht in Fahrt

28. Mai 2015, 12:25
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Trotz kräftig erhöhter Produktion im Mai gingen in der heimischen Industrie erneut Arbeitsplätze verloren

Wien - Die Konjunkturverbesserung der heimischen Industrie setzt sich fort, jedoch mit sehr bescheidenem Tempo. Im Mai hat der Sektor die Produktion kräftiger als im Vormonat ausgeweitet, obwohl die Aufträge leicht zurückgingen. Der Beschäftigungsabbau setzte sich weiter fort, aber langsamer. Die Kosten- und Ertragslage habe sich verschlechtert, erklärten die Bank-Austria-Volkswirte am Donnerstag.

Der Bank-Austria-Einkaufsmanager-Index legte im Mai geringfügig auf 50,3 Punkte zu, nach 50,1 Zählern im April - befand sich damit aber zum zweiten Mal in Folge im Wachstumsbereich, nach etlichen Monaten Durststrecke davor. Der Produktionsindex stieg im Mai sogar auf 52,3 Punkte, den höchsten Wert seit August, im Vormonat April lag der Index bei 51,7.

Mit der klaren Anhebung der Produktionsleistung haben die heimischen Industriebetriebe auf die Verbesserung der Auftragslage im Vormonat reagiert, meinte Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl in einer Aussendung. Doch habe das Wachstum der Auftragseingänge im Mai nicht angehalten: In Summe hätten sich sogar minimale Einbußen ergeben, nämlich bei Vorleistungsgütern, während Konsumgüterproduzenten abermals einen Zuwachs verzeichnet hätten.

Weitere Arbeitsplätze verloren

Trotz kräftig erhöhter Produktion im Mai gingen in der heimischen Industrie den Bankexperten zufolge erneut Arbeitsplätze verloren. Die Job-Lage werde aufgrund des sinkenden Auftragsbestandes sowie des noch immer geringen Auslastungsgrads des Sektors noch längere Zeit angespannt bleiben.

Im Mai verlangsamte sich zwar der Rückgang der durchschnittlichen Einkaufspreise, doch verursachte der scharfe Wettbewerb einen deutlich stärkeren Rückgang der Verkaufspreise. Die Ertragslage der Erzeugungsbetriebe spannte sich im Durchschnitt etwas an, doch werde durch weiteren Lagerabbau versucht, der Verschlechterung der Kosten- bzw. Ertragslage entgegenzuwirken, so Pudschedl.

Für eine Beschleunigung der Erholung der heimischen Industriekonjunktur lassen sich laut Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer keine Anzeichen erkennen. Beim Tempo der laufenden Erholung gebe es noch Luft nach oben. Global zeige sich eine Verlangsamung der Industriekonjunktur, erinnert Bruckbauer. Der US-Einkaufsmanagerindex etwa sank zuletzt auf 53,8 Punkte, den niedrigsten Wert seit Jänner 2014, und der chinesische Indikator notiert seit drei Monaten unterhalb der Marke von 50 Prozent. Der Eurozonen-EMI sei zwar im Mai auf 52,3 gestiegen, "allerdings verlor gerade der für Österreichs (Zuliefer-)Industrie wichtige Markt Deutschland etwas an Schwung", so die Bank Austria. (APA, 28.5.2015)

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