Nach Boykott: Salzburgs Taxler fahren wieder nach Bayern

28. Mai 2015, 09:57
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Boykott nach Aussprache aller Beteiligten beendet, Taxler müssen keine Ausweise kontrollieren

Salzburg/Berchtesgarden – Nach Schleppereivorwürfen und Bayern-Boykott herrscht nun wieder Normalität im Taxibetrieb zwischen Bayern und Salzburg. Die Salzburger Taxler haben ihren wochenlangen Boykott beendet und fahren nun wieder über die Grenze ins Nachbarland. Eine Aussprache zwischen den bayerischen Behörden, Politik und Taxivertretern brachte eine konstruktive Lösung.

Der Traunsteiner Oberstaatsanwalt Markus Giese habe zugestimmt, dass die Salzburger Taxilenker "selbstverständlich" nicht die Ausweise ihrer Fahrgäste zu kontrollieren hätten, berichtete der Obmann der Salzburger Taxivereinigung, Peter Tutschku, von dem Krisentreffen im Landratsamt Bad Reichenhall. Gleichzeitig hätten die Taxler von der bayerischen Polizei die Zusage bekommen, dass Kontrollen künftig rascher, verhältnismäßig und effizient durchgeführt würden. Nun herrsche Rechtssicherheit, freut sich Tutschku.

Gegenseitige Wertschätzung

Besonders erleichtert zeigt sich Tutschku, dass es gelungen sei, alle Beteiligten für das Thema zu sensibilisieren. "Wir schätzen die Arbeit der bayerischen Polizisten, und sie verstehen auch, dass wir nicht stundenlang kontrolliert und festgehalten werden wollen." Nun würden alle Beteiligten einander persönlich kennen, und durch den Kontaktaustausch gebe es nun ein gutes Netzwerk, sollte es zu Problemen kommen. Als mitverantwortlich für die Lösung sieht Tutschku die Gesprächsleitung durch den bayerischen Landrat Georg Grabner (CSU). "Nur dieser Weg über die politische Ebene konnte dieses Ergebnis bringen."

Auslöser für den wochenlangen Boykott war die Festnahme eines Salzburger Taxifahrers wegen des Verdachts auf Schlepperei im April. Wie der STANDARD berichtete, wollte der Taxler fünf Fahrgäste nach Bad Reichenhall fahren, diese hatten aber keine Einreisepapiere. Die bayerische Polizei hielt den Mann mehrere Stunden fest, die Staatsanwaltschaft in Traunstein warf ihm das illegale Schleusen von Asylwerbern vor. Kein Einzelfall, wie Tutschku versicherte. Die bayerischen Behörden rieten daraufhin den Taxilenkern in ihrem eigenen Interesse, Fahrgäste, die von einem Land ins andere wollen, nach ihren Papieren zu fragen. Tutschku ortete "Behördenwillkür" und empfahl allen Taxlern, nicht mehr nach Bayern zu fahren. (Stefanie Ruep, 28.5.2015)

  • Salzburgs Taxler müssen keine Ausweise kontrollieren.
    foto: apa/hochmuth

    Salzburgs Taxler müssen keine Ausweise kontrollieren.

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