Früherer Fifa-Vize Warner stellte sich - Blatter sagt Auftritte ab

28. Mai 2015, 09:59
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Millionenkaution festgesetzt – Internationaler Haftbefehl auch gegen Ex-Conmebol-Chef Leoz - Blatter sagt Auftritte ab

Port-of-Spain – Nach Korruptionsvorwürfen aus den USA hat sich der frühere Fifa-Vizepräsident Jack Warner der Polizei in seinem Heimatland Trinidad und Tobago gestellt. Er soll bald gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von 2,5 Millionen Dollar auf freien Fuß gesetzt werden, wie örtliche Medien am Mittwoch berichteten.

Zunächst sei Warner aber noch in Gewahrsam geblieben, korrigierte die Zeitung "Trinidad Express" frühere Angaben. Der ehemalige FIFA-Funktionär müsse auch seinen Pass abgeben und sich zweimal pro Woche bei der Polizei melden. Der nächste Gerichtstermin findet im Juli statt.

Zuvor hatte das US-Justizministerium die Auslieferung Warners beantragt. Die Ermittler werfen ihm organisierte Kriminalität, Korruption und Geldwäsche vor. In den USA laufen seit längerer Zeit Untersuchungen des FBI gegen ehemalige Fifa-Offizielle. Am Mittwoch wurden in der Schweiz sieben Fußball-Funktionäre wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen.

Ex-Conmebol-Chef ließ sich in eigenes Krankenhaus einliefern

Die US-Justiz hat auch gegen den früheren Chef des südamerikanischen Fußballverbands Conmebol in Paraguay, Nicolás Leoz, einen internationalen Haftbefehl erwirkt. Der 86-Jährige habe sich daraufhin sofort in eine ihm selbst gehörende Klinik in der Hauptstadt Asunción bringen lassen, berichtete der Radiosender 780 AM.

Ein Sprecher des paraguayischen Außenministeriums habe den Eingang des internationalen Haftbefehls bestätigt, berichtete die Zeitung "Última Hora" am Mittwoch. Leoz war von 1986 bis 2013 Chef des Conmebol.

Leoz gehört zu einer Gruppe von 14 Funktionären und Managern des internationalen Fußballs, denen die US-Justiz organisiertes Verbrechen und Korruption vorwirft. Sie sollen seit Anfang der 1990er-Jahre Schmiergelder von mehr als 150 Millionen Dollar von Vermarktern für die Vergabe von Fußballturnieren erhalten haben. Als Höchststrafe drohen ihnen in den USA 20 Jahre Haft.

Blatter sagt Auftritte ab

FIFA-Präsident Joseph Blatter hat am Donnerstagvormittag nicht wie geplant den Medizin-Kongress des Fußball-Weltverbandes besucht. Ursprünglich hatte der 79-Jährige eine Begrüßungsansprache halten sollen. Nach den dramatischen Entwicklungen mit der Festnahme und Suspendierung mehrerer Top-Funktionäre wegen Korruptionsverdachts in Zürich wurde der Termin von Blatter allerdings kurzfristig abgesagt.

Einen Auftritt Blatters beim Treffen der europäischen Fußball-Verbände am frühen Nachmittag in einem Hotel in Zürich wird es nach dpa-Informationen ebenfalls nicht geben. Erster offizieller Termin des Schweizers sei die Kongresseröffnung um 17.00 Uhr in einem Theater in Zürich, hieß es.(APA, 28.5.2015)

  • Jack Warner
    foto: reuters

    Jack Warner

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