Windtner glaubt unverändert an Blatter-Wahl

27. Mai 2015, 23:48
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ÖFB-Präsident am Mittwoch: "Europa hat keine Mehrheit"

Zürich - Der am Mittwochfrüh ausgebrochene Korruptionsskandal beim Fußball-Weltverband FIFA hat vorerst keine Programmänderung gebracht. Trotz der Enthüllungen und Festnahmen hoher FIFA-Funktionäre soll am Donnerstag (17.00 Uhr) der Kongress des Weltverbands eröffnet werden und am Freitag dann die Wahl des FIFA-Präsidenten erfolgen. Dafür gilt Amtsinhaber Joseph Blatter unverändert als hoher Favorit.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat am Mittwoch durch das in Warschau tagende Exekutivkomitee eine Verschiebung der Wahl gefordert, bisher aber erfolglos. Am Donnerstagvormittag ist in Zürich, dem Sitz der FIFA, ein weiteres UEFA-Meeting angesetzt, wo das weitere Vorgehen der Europäer diskutiert wird. "Da wird sicher das Thema intensiv behandelt. Wieweit es gelingt, dass Europa eine Verschiebung zusammenbringt, lasse ich dahingestellt", erklärte ÖFB-Präsident Leo Windtner in einem ORF-Interview mit der ZiB2 am Mittwochabend.

Die Zuversicht, dass das gelingt, scheint gering. Windtner glaubt eher, dass Blatter auch in den nächsten vier Jahren dem Weltverband vorstehen wird. "Nach jetzigem Stand der Dinge, wenn man sich umhört, ist es wahrscheinlich, dass die Wahl und der FIFA-Kongress wie geplant vonstattengehen. Da ist die Wahrscheinlichkeit, dass Blatter wiedergewählt wird, sehr groß", sagte der Oberösterreicher.

Ein Rücktritt von Blatter sei nicht zu erwarten, meinte Windtner. Dem Schweizer habe man "bisher persönlich nichts vorwerfen können", so der ÖFB-Boss, aber "dass er vielleicht übersehen hat, die notwendigen Schritte einzuleiten, liegt auf der Hand". Viele würden mit "Unbehagen" verfolgen, dass ein "großes Aufräumen bei der FIFA noch nicht durchgezogen worden ist." Doch außerhalb von Europa seien viele Verbände "Blatter sehr verbunden", weiß Windtner. Europa hat daher "keine Mehrheit, wir können vielleicht nicht einmal die Zweidrittelmehrheit brechen".

Ob der Skandal das Abstimmungsverhalten des österreichischen Verbands ändern wird, ließ Windtner offen. Der ÖFB hat sich festgelegt, Blatter nicht zu wählen, aber offengelassen, ob nun sein jordanischer Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein die österreichische Stimme bekommt oder sich der ÖFB der Stimme enthält. (APA; 27.5.2015)

  • "Nach jetzigem Stand der Dinge, ist es wahrscheinlich, dass die Wahl und der FIFA-Kongress wie geplant vonstattengehen."

    "Nach jetzigem Stand der Dinge, ist es wahrscheinlich, dass die Wahl und der FIFA-Kongress wie geplant vonstattengehen."

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