Die Rettung des Uhudlers

Einserkastl27. Mai 2015, 17:50
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Für das burgenländische Kulturgut wird eine eigene Nische im Weingesetz gebastelt

Sag nicht "Obstwein" zu ihm! Der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), in der Endphase des Landeswahlkampfs, meinte in einem TV-Interview, dass die Bezeichnung "Obstwein" für den Uhudler eine Abwertung sei. Der Uhudler habe sich das nicht verdient.

Dieses burgenländische Kulturgut wird in der Tat aus Reben erzeugt, die einen amerikanischen Stammbaum haben, weil nur sie die im 19. Jahrhundert grassierende Reblaus überstanden. Herausgekommen ist ein Getränk, das im Volksmund auch die Beinamen "Heckenklescher" und "Rabiatperle" trägt. Der Name hat angeblich seinen Ursprung darin, dass man nach stärkerem Genuss Augenringe wie ein Uhu habe.

Wikipedia weiß auch noch, dass im Zusammenhang mit dem Uhudler von "Fox-Ton" gesprochen wird, was irgendwie mit Füchsen zu tun hat, aber eher nicht mit deren Farbe.

Jedenfalls war der Uhudler schon einmal offiziell verboten und seither immer ein wenig in Gefahr, wegen der strengen Weingesetze (böse EU!) in den önologischen Untergrund verbannt zu werden.

Zum Glück haben jetzt weitblickende burgenländische Politiker dem Uhudler eine eigene Nische im Weingesetz gebastelt. Die Uhudler-Kategorie soll "Obstwein der Vitis-vinifera-freien Traubensorte" heißen.

Aber da wird wohl noch der Landeshauptmann eingreifen. (Hans Rauscher, 27.5.2015)

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