Slowakei führt Quoten für heimische Musik in Radios ein

27. Mai 2015, 16:55
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Private sowie öffentlich-rechtliche Radios in der Slowakei werden künftig wesentlich mehr heimische Musik spielen müssen

Bratislava/Wien - Die sozialdemokratische Alleinregierung von Premier Robert Fico hat am Mittwoch verbindliche Quoten beschlossen, laut denen der Anteil slowakischer Musik bei Privatsendern mindestens 20 Prozent und im staatlichen Radio 30 Prozent erreichen muss.

Stufenweise Erhöhung

Diese Sendequoten werden zunächst ab April nächsten Jahres gelten und sollen 2017 auf 25 Prozent bei Privatsendern und 35 Prozent im öffentlich-rechtlichen Hörfunk ansteigen. Mindestens ein Fünftel sollen dabei "neue Songs" sein, also solche, die vor weniger als fünf Jahren zum ersten Mal öffentlich präsentiert wurden. Damit sollen nicht nur heimische Autoren und Musiker unterstützt werden, man wolle auch den Hörern entgegenkommen, die mehr slowakische Musik fordern, begründete Kulturminister Marek Madaric. Auf Ausnahmen dürfen nur Radios hoffen, deren Sendestruktur ein Erreichen der Quoten völlig ausschließt.

Ähnliche Wünsche in Österreich

Auch hierzulande mehren sich die Rufe nach einer verpflichtenden Quote. Der ORF hat sich selbst zwar eine auferlegt, schaffte es aber in den vergangen Jahren nicht, diese einzuhalten. So sollten 2014 auf Ö3 österreichische Musiker mit 15 Prozent vertreten sein , der Sender schaffte allerdings nur knapp zehn Prozent. Kunst- und Kultursprecherin der SPÖ, Elisabeth Hakel, hätte auch nichts gegen eine gesetzliche Quote in Österreich, wie sie letzte Woche bei einer Pressekonferenz der IG Autorinnen Autoren und der Musikergilde selber sagte: "Man kann Quoten auch gesetzlich verankern, auch wenn es der ORF nicht glaubt. Funktioniert es nicht freiwillig, so halt gesetzlich. Auf Privatsender hat man viel weniger Zugriff." (APA/red, 27.5.2015)

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