Flüchtlingskrise: Mönche demonstrieren wegen internationaler Kritik an Burma

27. Mai 2015, 14:01
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Demonstranten sehen Land nicht für die Rohingya verantwortlich. Bootsflüchtlinge sollen rasch deportiert werden

Rangun - Mehr als 100 Mönche und Zivilisten haben in Rangun dagegen protestiert, dass Burma (Myanmar) wegen der jüngsten Flüchtlingskrise in Südostasien am Pranger steht. Zehntausende muslimische Rohingya sind seit Jahresbeginn vor religiöser Verfolgung aus Burma geflohen.

Seit Anfang Mai sind mehr als 3.000 Flüchtlinge auf Booten in Malaysia und Indonesien angekommen, die Mehrzahl Rohingya. Menschenrechtler werfen Burma vor, diese Flüchtlingskrise durch die Verweigerung von Bürgerrechten für die Rohingya ausgelöst zu haben.

Mönch: Kritik an Burma unfair

"Die meisten Länder und Organisationen, auch die Vereinten Nationen, machen Burma für die Krise verantwortlich", sagte einer der Organisatoren der Demonstration, der Mönch Sayadaw Pamaukkha. Das sei unfair. Burma diskriminiere nicht Muslime. "Aber wir wollen nicht, dass Bengali-Muslime hier die Staatsbürgerschaft bekommen oder sich als Flüchtlinge niederlassen."

Die Behörden Burmas und die Bevölkerung bezeichnen die Rohingya als "Bengalen" und beschreiben sie als illegale Migranten aus dem Nachbarland Bangladesch. Dabei leben viele von ihnen schon seit Generationen in der Rakhine-Region am Golf von Bengalen. Sie kamen mit den britischen Kolonialherren im 19. Jahrhundert.

Bootsflüchtlinge sollen deportiert werden

Burmas Marine brachte vergangene Woche ein Flüchtlingsboot auf. Nach offiziellen Angaben waren fast alle der rund 200 Insassen Bangladescher. Die Demonstranten verlangten, dass sie zügig deportiert werden. Zehntausende Rohingya aus Burmaleben bereits in Flüchtlingslagern in Bangladesch. (APA, 27.5.2015)

  • Demonstration in Rangun wegen internationaler Kritik an Burma.
    apa/epa/lynn bobo

    Demonstration in Rangun wegen internationaler Kritik an Burma.

  • Man sieht sich nicht für die Flüchtlinge verantwortlich.
    apa/epa/lynn bobo

    Man sieht sich nicht für die Flüchtlinge verantwortlich.

  • Die Rohingya werden als illegale Migranten betrachtet.
    apa/epa/lynn bobo

    Die Rohingya werden als illegale Migranten betrachtet.

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