Neuer Med-Uni-Rektor: Zeit der "billigen Ärzte" vorbei

27. Mai 2015, 13:54
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Mit Einigung "sehr zufrieden" - Einmalzahlungen plus Gehaltserhöhungen ab 2016 summieren sich auf etwa 30 Prozent des aktuellen Uni-Budgets

Wien - Der designierte neue Rektor der Medizinischen Universität Wien, Markus Müller, zeigte sich mit der gestern, Dienstag, erfolgten Einigung in Sachen Umsetzung der neuen Arbeitszeitrichtlinien am Wiener AKH "sehr zufrieden". Nicht verhehlen wollte er im APA-Gespräch, dass die Einigung das Uni-Budget stark belastet und es zusätzlicher Mittel bedarf. Die Zeit der "billigen Ärzte" sei vorbei.

Salonfähig

Die nunmehrige Gehaltsanpassung sei "schon lange überfällig" gewesen, bisher habe aber der Druck gefehlt, hier etwas zu ändern. Über Jahrzehnte gab es im österreichischen Gesundheitssystem eine günstige Ressource, "nämlich billige Ärzte", so der derzeit als Vizerektor für Forschung und Vorstand des Departments für klinische Pharmakologie tätige Müller. Das änderte sich nun mit dem neuen EU-Arbeitszeitgesetz und das sei gut so. "Wir haben nun erstmals seit vielen Jahrzehnten eine international salonfähige Situation", so Müller, der Schritt eins auf dem Weg zu international vergleichbaren Strukturen nun erledigt sieht.

"Schritt zwei" sei allerdings die Finanzierung: Für die Universität als Arbeitgeber der nahezu 2.000 Ärzte am AKH stelle sich nun die Frage, wo das Geld dafür herkomme. Insgesamt würde sich die Einigung im Vollausbau auf etwa 30 Prozent des aktuellen Gesamtbudgets der Uni summieren. Vorgesehen ist unter anderem eine Einmalzahlung von 8.000 Euro pro Arzt als rückwirkende Gehaltserhöhung ab 1. Jänner 2015 und Gehaltserhöhungen um etwa zwanzig Prozent 2016 und weitere zehn Prozent 2019. "Wir bräuchten aufgrund der verdichteten Dienstzeit in etwa auch 20 bis 30 Prozent mehr Personal", erklärte Müller weiter.

Einbudgetiert

Diese Entwicklungen seien "in dieser Dramatik nicht vorhersehbar gewesen" und daher in der Leistungsvereinbarung mit dem Wissenschaftsministerium für die Jahre 2013 bis 2015 auch nicht eingepreist gewesen. In den Verhandlungen zur nächsten Leistungsvereinbarung für 2016 bis 2018 "wird das Gehaltsplus einbudgetiert sein", gab er sich überzeugt. Diesbezügliche Signale aus dem Ministerium gebe es bereits, so der Internist, der das Rektorat an der Med-Uni mit 1. Oktober übernehmen wird. Auch was die rückwirkende Forderung für 2015 betrifft, zeigte sich Müller überzeugt, "dass wir das budgetär schaffen werden". (APA, 27.5.2014)

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