Nächste Zentralmatura für Heinisch-Hosek

Kommentar27. Mai 2015, 14:08
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Die Ergebnisse zeigen einmal mehr Unterschiede der Geschlechter auf

Österreichs Maturanten haben die Herausforderung, die das Bildungsministerium an sie gestellt hat, erfüllt. Sie haben die Zentralmatura – trotz aller Turbulenzen im Vorfeld – zum überwiegenden Teil bestanden.

Die Detailauswertung der Ergebnisse offenbart allerdings: Die Politik hat im Bildungssektor ihre Hausaufgaben noch immer nicht erledigt.

So gibt es erhebliche Leistungsunterschiede zwischen Buben und Mädchen. Buben schnitten sowohl in Mathematik als auch in Englisch besser ab. Im Angstfach Mathematik kassierten acht Prozent der Buben und 13 Prozent der Mädchen einen Fleck.

Neben den Geschlechtsunterschieden werden auch regionale Unterschiede deutlich. Oberösterreich hat mit sechs Prozent in Mathematik und drei Prozent in Englisch die geringste Anzahl an Fünfern. Überdurchschnittlich viele Mathe-Fünfer gab es mit 15 Prozent in Vorarlberg, gefolgt von Salzburg und Wien (je 14 Prozent). Gleich jeder zehnte Maturant im Burgenland schaffte die Englischmatura nicht.

Dass Mädchen zumindest in Mathematik und in den Naturwissenschaften schlechter abschneiden, ist aus den Aufnahmetests für das Medizinstudium sowie aus Pisa-Tests längst bekannt. Auch die Mathe-Stärke der Oberösterreicher ist amtskundig, etwa aus dem Bundesländervergleich der Bildungsstandards.

Bekannt ist allerdings nicht, was die Regierung gegen die strukturellen Ungleichheiten unternehmen wird. Und davon gibt es viele: Neben den Geschlechtsunterschieden und den regionalen Unterschieden sind hierzulande auch soziale Herkunft sowie Migrationshintergrund besonders prägend für den Schulerfolg.

Wer Zentalmatura sagt, muss auch Chancengleichheit sagen. Die strukturelle Benachteiligung, die sich nun einmal mehr offenbart hat, ist ein deutlicher Auftrag an die Bundesregierung, insbesondere Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Erst wenn die gravierenden Unterschiede überwunden sind, hat die Regierung ihre "Zentralmatura" bestanden. (Katrin Burgstaller, 27.5.2015)

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