Fifa-Skandale in der Amtszeit von Präsident Blatter

27. Mai 2015, 10:12
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DIE PRÄSIDENTSCHAFTSWAHL 1998

Der damalige Fifa-Generalsekretär Joseph Blatter gewinnt die Präsidentschaftswahl gegen Uefa-Präsident Lennart Johansson kurz vor WM-Beginn in Frankreich. Bis heute stehen Vorwürfe über angebliche Zahlungen von je 50.000 Dollar an afrikanische Delegierte in einem Pariser Hotel im Raum, die Blatter beharrlich zurückweist.

DER ISL-SKANDAL

Blatters Präsidentschafts-Vorgänger Joao Havelange und dessen ehemaliger Schwiegersohn Ricardo Teixeira kassierten Millionen Schmiergeld für WM-Marketingdeals mit dem später Pleite gegangenen Vermarkter ISL. Blatter wurde von allen Verdächtigungen freigesprochen, obwohl er 1997 als Generalsekretär eine Zahlung an Havelange von 1,5 Millionen Schweizer Franken persönlich zurücküberwiesen und somit offenbar zumindest Kenntnis vom System hatte.

DIE WM-VERGABE 2018 UND 2022

Schon vor der Doppel-Vergabe an Russland und Katar wurden zwei Fifa-Exekutivmitglieder wegen nachgewiesener Bestechlichkeit suspendiert. Die Vorwürfe gegen die beiden künftigen Gastgeber wurden schließlich aufwendig von der Fifa untersucht, aber von den Ethikkommission ohne maßgebliche Ergebnisse eingestellt. Der Generalverdacht wurde aber nie entkräftet. Vom damaligen Exekutivkomitee sind künftig wohl nur noch acht von damals 22 Mitgliedern in dem Gremium.

DIE PRÄSIDENTSCHAFTSWAHL 2011

Lange schien es, als könnte der Katarer Mohamed bin Hammam Blatter bei der Wahl 2011 tatsächlich gefährlich werden. Dann stolperte der Funktionär kurz vor der Abstimmung über konkrete Bestechungsvorwürfe aus der Karibik. Die 35 Stimmen aus der Concacaf-Zone galten als entscheidend. Blatter hatte den Verbänden eine Million Dollar als offizielle Fifa-Zuwendung versprochen. Bin Hammam versuchte es inoffiziell mit 40.000 Dollar pro Verband – und flog auf, weil ihn andere, mittlerweile der Korruption überführte Funktionäre anschwärzten.

WM-TICKETS

Der Umgang mit von Millionen Fans begehrten WM-Tickets im Exekutivkomitee war schon häufig lax. Jack Warner trieb es 2006 auf die Spitze, als er die Vermarktung in seinem für das Turnier in Deutschland qualifizierten Heimatland Trinidad und Tobago übernahm. Sein Familienunternehmen strich angeblich 900.000 Dollar Provisionen ein. Die Fifa-Untersuchungen ergaben aber keine Verdachtsmomente gegen Warner, sondern nur gegen dessen Sohn. Warner senior kam mit einer Verwarnung davon. Warners Exekutivkomitee-Kollege Ismail Bhamjee aus Botswana wurde 2006 überführt, zwölf WM-Karten auf dem Schwarzmarkt verkauft zu haben. 2014 in Brasilien gab es Berichte über vermutlich illegal veräußerte WM-Karten aus dem Besitz des mittlerweile verstorbenen argentinischen Topfunktionärs Julio Grondona. (APA, 27.5.2015)

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