Altlandeshauptmann Dörfler: "Ich leide mit diesem Land"

27. Mai 2015, 09:02
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Für den jetzigen FPÖ-Bundesrat ist bezeichnet Vorgehen Schellings als reines "Ablenkungsmanöver"

Klagenfurt - Kärntens Altlandeshauptmann Gerhard Dörfler feiert am Freitag seinen 60. Geburtstag. Im APA-Interview zeigt er sich empört darüber, dass Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) das Hypo-Desaster als "Blitzableiter in Richtung Kärnten" gelenkt habe, als Ablenkung vom Hypo-Untersuchungsausschuss im Parlament, sagte der FPÖ-Politiker. Er sei sich sicher, dass bei dem U-Ausschuss noch "einiges herauskommen" werde, was den Parteifreunden Schellings noch große Probleme bereiten werde. Das wochenlange Hinhalten Kärntens sei als Ablenkungsmanöver "leicht durchschaubar", konstatierte Dörfler.

Schelling strafe damit eindeutig die Falschen, denn "kein Kärntner hat die Bank in Schwierigkeiten gebracht, kein Kärntner hat sie von den Bayern wieder zurückgenommen". Schelling habe mit seiner Taktik und dem "Vorführen" der Landesregierung dem Land Kärnten schweren Schaden zugefügt. Dörfler: "Da wurden Arbeitsplätze zerstört, keiner hat mehr den Mut, in diesem Land zu investieren." Kritik kommt auch an Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ): "Der schaut zu, und dann kommt er zu einer Fotosafari nach Kärnten, statt den Finanzminister in die Schranken zu weisen."

Mit Arbeitslosen nach Wien

Er hätte als Chef der Landesregierung jedenfalls anders agiert. Dörfler: "Statt in Wien einen verunglückten Luxuslimousinen-Autocorso zu veranstalten, wäre ich mit einer Hundertschaft von arbeitslosen Kärntnern nach Wien gefahren und hätte Faymann und Schelling die wahren Probleme der Kärntner aufgezeigt, denn es kann nicht sein, dass Milliarden für Griechenland durchgewunken werden, und Kärnten gepiesackt wird." Dörfler spielte damit auf den Besuch der Landesregierung in Wien an, zu dem die Regierungsmitglieder mit ihren Dienstautos angereist waren.

Verwundert zeigte sich Dörfler, der derzeit für die FPÖ im Bundesrat sitzt, über die Tatsache, dass er vom Hypo-U-Ausschuss des Parlaments nicht als Zeuge geladen worden sei. "Ich könnte einiges sagen über das Hypo-Trauerspiel, aber man hat mich nicht eingeladen, darüber war ich schon überrascht." Er werde aber schon noch etwas dazu zu sagen haben, denn "beim Thema Verstaatlichung wird man im Ausschuss an mir nicht vorbei können".

Dörflers Trendfarbe

Über den derzeitigen Zustand der Freiheitlichen in Kärnten wollte Dörfler sich nicht äußern: "Das soll die Partei selbst beurteilen." Es sei aber durchaus zu erwarten, dass die Partei bei der nächsten Landtagswahl wieder deutlich besser abschneiden werde, nachdem die jetzige Regierung viele Fehlentscheidungen treffe. Der Blick auf die Bundesebene und die bevorstehende Landtagswahl in der Steiermark zeige jedenfalls einen "Trend in Richtung Blau". (APA, 27.5.2015)

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