Menschenrechtskommission untersucht Schießerei mit 43 Toten in Mexiko

27. Mai 2015, 06:06
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Ermittlungen eingeleitet - Zweifel an offizieller Version zu Gefechten

Mexiko-Stadt – Für die Polizei war es ein Gefecht, für die Angehörigen ein Massaker: Nach einer Schießerei mit 43 Toten in Mexiko hat die nationale Menschenrechtskommission (CNDH) Ermittlungen angekündigt. Die Ereignisse erinnern an einen Fall aus dem vergangenen Jahr.

Nach der Schießerei mit 43 Todesopfern im Westen von Mexiko hat die CNDH Untersuchungen eingeleitet. Sie werde Ermittler an den Tatort schicken und Dokumente von in den Vorfall verwickelten Behörden anfordern, teilte sie am Dienstag mit. Bei schweren Gefechten zwischen der Polizei und mutmaßlichen Bandenmitgliedern waren am Freitag im Bundesstaat Michoacan 42 Verdächtige und ein Beamter ums Leben gekommen.

Kritik von Angehörigen der Opfer

Wegen der Diskrepanz zwischen den Opferzahlen auf den jeweiligen Seiten waren Zweifel an der offiziellen Version aufgekommen, nach der die mutmaßlichen Kartellmitglieder in einem Gefecht ums Leben gekommen sind. Angehörige der Opfer warfen der Polizei vor, die Männer aus nächster Nähe erschossen zu haben. Die Behörden wiesen die Anschuldigungen zurück.

Angesichts der jüngsten Ereignisse in Michoacan kritisierte die Kommission das Klima der Gewalt, das seit einigen Monaten in Teilen Mexikos herrsche. Die Mitglieder des Kartells Jalisco Nueva Generacion, zu denen nach Polizeiangaben auch die Opfer vom Freitag gehören, hatten sich in den Bundesstaaten Michoacan und Jalisco zuletzt mehrfach Gefechte mit Sicherheitskräften geliefert und unter anderem einen Militärhubschrauber abgeschossen.

Der Vorfall vom Freitag erinnert an das Massaker von Tlatlaya im Juni vergangenen Jahres. Damals hatten Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben bei einer Schießerei 22 mutmaßliche Bandenmitglieder getötet. Später ergaben Untersuchungen, dass mindestens zwölf der Opfer getötet wurden, nachdem sie sich bereits ergeben hatten. Vor zwei Wochen gab die mexikanische Regierung bekannt, den Hinterbliebenen eine Millionenentschädigung zu bezahlen. Außerdem wird gegen sieben beteiligte Soldaten ermittelt. (APA, 27.5.2015)

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