Frontex weitet Einsatzgebiet im Mittelmeer erheblich aus

26. Mai 2015, 21:20
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Patrouillen werden von 30 auf 138 Seemeilen vor der Küste Siziliens ausgedehnt

Warschau – Angesichts der Flüchtlingsdramen im Mittelmeer weitet die EU-Grenzschutzagentur Frontex ihr Einsatzgebiet vor der Küste Italiens deutlich aus. Die Schiffe und Flugzeuge würden in einem Gebiet von bis zu 138 Seemeilen (255 Kilometer) südlich von Sizilien nach Schiffbrüchigen suchen, hieß es in einer am Dienstag auf der Frontex-Website veröffentlichten Erklärung.

Bisher war das Einsatzgebiet auf 30 Seemeilen vor der italienischen Küste begrenzt. Auch das Material wird aufgestockt: Während der Sommermonate würden nun drei Flugzeuge, 18 Boote, zwei Hubschrauber und 15 Expertenteams im Rahmen der "Triton"-Mission eingesetzt, teilte die Agentur mit.

UN-Chef fordert mehr EU-Hilfe für Flüchtlinge

Auf dem EU-Flüchtlingsgipfel vor einem Monat hatten die Staats- und Regierungschefs bereits eine Verdreifachung der Mittel für den "Triton"-Einsatz beschlossen. Durch die nun umgesetzte Ausweitung der Mission werde den italienischen Behörden geholfen, "ihre Küsten zu kontrollieren und Leben zu retten", erklärte Frontex-Chef Fabrice Leggeri. "Zu viele wurden in diesem Jahr schon auf tragische Weise verloren."

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte am Dienstag von Europa mehr Engagement für die Flüchtlinge im Mittelmeer gefordert. Europa könne "mehr Hilfe leisten", sagte er in Dublin. Das Problem müsse von den Staats- und Regierungschefs der EU "umfassender und gemeinschaftlicher" angegangen werden.

Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge verzehnfacht

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr schon 1.770 Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Das waren 30 mal mehr als im Vorjahreszeitraum. (APA, 26.5.2015)

  • Ein Übungseinsatz an der sizilianischen Küste.
    foto: ap/malavolta

    Ein Übungseinsatz an der sizilianischen Küste.

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