Anadi: Inder wollen neuen Vorstand für ehemalige Kärntner Landesbank

27. Mai 2015, 05:30
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Martin Czurda steht bei der einstigen Hypo Alpe Adria Österreich vor der Ablöse

Wien – Die indischen Eigentümer der Austrian Anadi Bank wollen dem Vernehmen nach einen Personalwechsel im Vorstand der einstigen Kärntner Landesbank (Hypo Alpe Adria Österreich) vornehmen. Das hat der STANDARD aus wohlinformierten Kreisen erfahren.

Die Anadi Bank wird derzeit von Martin Czurda geleitet, einem langjährigen Manager der Raiffeisen Zentralbank (RZB). Es gebe Auffassungsunterschiede in der Strategie des Instituts und in dessen Führung, wird der anstehende Führungswechsel intern begründet – offizielle Stellungnahme oder einen Kommentar Czurdas dazu gibt es nicht.

Konflikt um Schlagendwerden von Haftungen

Eine Gesellschaft rund um die indisch-britische Familie von Sanjeev Kanoria hat die verstaatlichte Hypo Österreich (HBA) im Jahr 2013 gekauft; zuletzt ist es zu Spannungen zwischen Indern und Österreichern gekommen. Erstere haben nicht mit dem Schlagendwerden der Haftungen für die Pfandbriefstelle gerechnet; sie müssen nun aber 77,5 Millionen Euro beisteuern und haben eine Wiener Anwaltskanzlei damit beauftragt, rechtliche Schritte gegen den HBA-Verkäufer zu prüfen. Für die Anadi Bank als Ex-Landesbank haftet der berühmte Zukunftsfonds Kärntens mit rund 600 Millionen Euro.

Gewinn deutlich eingebrochen

Im Jahr 2014 ist das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) der Anadi Bank von 8,4 auf 2,3 Millionen Euro eingebrochen. Die Bilanzsumme betrug 3,2 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss ist von 4,8 auf 0,6 Millionen Euro geschrumpft. Für die Verbindlichkeiten gegenüber der Pfandbriefstelle hat die Bank 15,7 Millionen Euro zurückgestellt. (Renate Graber, 27.5.2015)

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