Forscher ermitteln Rangliste der "schlafenden Schönheiten"

27. Mai 2015, 05:30
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Washington - Die bekannteste von ihnen nennt sich Einstein-Podolsky-Rosen-Paradoxon und wurde im Jahr 1935 verfasst. Die Rede ist von "sleeping beauties" - Studien, die zunächst von der Fachcommunity vergessen und erst nach Jahrzehnten "wachgeküsst" wurden. Im Fall des von Einstein und Kollegen beschriebenen quantenmechanischen Effekts dauerte es bis 1994, dem Jahr seiner experimentellen Bestätigung, ehe die Arbeit im großen Stil wiederentdeckt wurde.

US-Forscher haben nun im Fachblatt "PNAS" einen Koeffizienten für solche wissenschaftlichen "Schläfer" und eine entsprechende Rangliste erstellt. Der Koeffizient und auch das Ranking ergeben sich dabei aus der Dauer des "Dornröschenschlafs" und der Heftigkeit des "Wachküssens".

Das Einstein-Paper liegt in dieser Liste nur auf Platz 14. Angeführt wird die Liste von einem 1906 publizierten Aufsatz des damals 26-jährigen deutschen Kolloid-Chemikers Herbert Freundlich, dessen Arbeit erst 2002 wiederentdeckt wurde. Ebenfalls weit vorne auf der Liste sind einige Arbeiten von Statistikern wie unter anderem eine Studie von Karl Pearson aus dem Jahr 1901, die ebenfalls erst ab 2002 wieder häufig rezipiert und zitiert wurde.

Unbekannt ist selbstredend, wie viele wissenschaftliche "Dornröschen" weiter ungeküsst sind und auf ihre Wiederentdeckung warten. (red, 27.5.2015)

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