Krieg gegen den "Islamischen Staat": Angstvolle Erwartung

Kommentar26. Mai 2015, 17:53
49 Postings

Schreckenspropheten sagen Vorstöße gegen Bagdad und Damaskus voraus

In einem knappen Monat jährt sich die Ausrufung des sogenannten Kalifats durch den Anführer der Milizen des "Islamischen Staats" (IS) in Teilen des Irak und Syriens. Dessen jüngste handstreichartige militärische Erfolge versetzen die Region in eine angsterfüllte Erwartung. Schreckenspropheten sagen Vorstöße gegen Bagdad und Damaskus - beide waren in der islamischen Geschichte Kalifensitz - voraus. Andere sehen "nur", dass die Zerschlagung der nach dem Ersten Weltkrieg geschaffenen Nationalstaaten Syrien und Irak nicht mehr aufzuhalten ist.

In den USA werden die Stimmen lauter, dass die Regierung von US-Präsident Barack Obama Abschied von ihrer Vorstellung einer territorialen Integrität des Irak nehmen soll: Um den IS zu schlagen, müssten Kurden und Sunniten separat, an Bagdad vorbei, bewaffnet - und notfalls ihre künftigen Gebietsansprüche anerkannt - werden. Von diesen Forderungen ist es nicht weit zur nahöstlichen Verschwörungstheorie, dass die USA genau dies immer im Sinn gehabt haben: Immerhin hat ausgerechnet Joe Biden, der nun als Vizepräsident den irakischen Premier Haidar al-Abadi der US-Unterstützung versichern muss, schon 2006 einen Teilungsplan für den Irak ventiliert.

Das gibt anderen Spielern Raum: Der Iran und seine Satelliten treten mit dem Anspruch auf, die Region retten zu müssen. Was wiederum dem IS Zulauf verschaffen wird, aber auch allen anderen antiiranischen Kräften. (Gudrun Harrer, 26.5.2015)

Share if you care.