Russland sichert Grenze zu ukrainischem Donbass stärker ab

27. Mai 2015, 05:30
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Seit Jahresbeginn 40 Kilometer Sperren und 100 Kilometer Gräben an der Grenze entstanden

Nun wird von beiden Seiten gegraben: Nachdem die Ukraine ihr 100 Millionen Euro teures Projekt zum Bau eines 2.000 Kilometer langen Grenzwalls zu Russland gestartet hat, heben auch auf der anderen Seite die Grenztruppen des Geheimdienstes FSB Gräben aus. Seit Jahresbeginn seien 40 Kilometer an Sperren und 100 Kilometer an Gräben entstanden, teilte die Behörde jüngst mit.

Ein Teil der Anlagen grenzt dabei an das von den prorussischen Rebellen kontrollierte Gebiet im Donbass. "Die Befestigung der Staatsgrenze wird durchgeführt, um das Don-Gebiet zu stabilisieren und den illegalen Waffenschmuggel zu verhindern", heißt es in der Mitteilung. Zudem sind FSB-Angaben nach im gleichen Zeitraum Schusswaffen, Granaten, Munition und rund 540.000 Euro bei Schmugglern sichergestellt werden. Gut 130 Grenzverletzer wurden festgenommen.

Zankapfel Grenzschließung

Erst vor Tagen hatten russische Medien sogar über eine Schießerei an der Grenze berichtet. Die Soldaten hätten einen Mann nur mit Schüssen an der illegalen Einfahrt nach Russland - unter Umgehung des Kontrollpunkts - hindern können. Gegen den Russen wurde allerdings nur ein Ordnungsstrafverfahren eingeleitet.

Die Ukraine hat seit Beginn des Konflikts im Osten des Landes Russland dazu aufgefordert, die Grenze zu schließen und den Zustrom von Kämpfern und Waffen in die Bürgerkriegsregion zu stoppen. Während Moskau die Beteiligung eigener Streitkräfte an dem Konflikt stets dementiert, hat Präsident Wladimir Putin das Vorhandensein russischer "Freiwilliger" in den Reihen der Rebellen eingeräumt.

Die Befestigung der bis dato recht löchrigen Grenze ist offenbar als Signal an Kiew gedacht, dass Moskau bereit ist, den Nachschub für die Separatistenmilizen einzuschränken. Die bisher getroffenen Maßnahmen bedeuten allerdings noch keine generelle Schließung der russischen Grenze zu den Rebellengebieten - schließlich ist diese insgesamt über 300 Kilometer lang. (André Ballin aus Moskau, 27.5.2015)

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