Hightechstahl für Flugzeug und Golfschläger

29. Mai 2015, 19:12
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Ronald Schnitzer erhielt den ersten Stahlforschungspreis der Voestalpine

Leoben - Möglichst stabil und möglichst dehnbar, möglichst hart und möglichst leicht - die Stahlforschung versucht derzeit, den idealen Kompromiss zwischen extremen Anforderungen zu finden. Der heuer erstmals vergebene Stahlforschungspreis des Konzerns Voestalpine soll dazu beitragen, Grundlagenforschung rund um Stahl zu fördern.

Für seine Dissertation "Structure-Properties Relationship of a Stainless Maraging Steel" ging der mit 12.000 Euro dotierte Preis an Ronald Schnitzer. Die Preisverleihung fand letzte Woche an der Montanuniversität Leoben statt. In seiner Arbeit beschäftigte sich Schnitzer mit metallischen Hochleistungsstoffen. Für einen neuen, hochfesten Hightechstahl hat Schnitzer erstmals Zusammenhänge zwischen atomarer Struktur und Eigenschaften des Werkstoffes erforscht.

Der sogenannte Maraging-Stahl ist ein sehr komplexer Werkstoff und ein hochfester Stahl, der für viele Hightech-Anwendungen wie Luft- und Raumfahrt, in beschusssicheren Fahrzeugen, aber auch in Golfschlägern zum Einsatz kommt. Mittels Atomsondentomografie, die das Zählen einzelner Atome erlaubt, hat Schnitzer einen neuen Beitrag zum Verständnis der Stahlklasse beigetragen. Die wissenschaftliche Relevanz in Kombination mit Anwendungen hat die Jury überzeugt.

Im Rahmen seiner Dissertation war Schnitzer im Christian-Doppler-Labor für "Early Stages of Precipitation" am Department Metallkunde und Werkstoffprüfung der Montanuniversität Leoben angestellt. Seit 2014 leitet er die Forschungsabteilung im Bereich Fülldraht und Stabelektrode bei der Voestalpine. Im Rahmen einer internationalen Ausschreibung wird der Preis künftig alle zwei Jahre in Kooperation mit der Montanuni Leoben und der Austrian Society for Metallurgy and Materials vergeben werden. (red, 27.5.2015)

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