Vorstandsbestellung: Schlammschlacht am Wiener Flughafen

26. Mai 2015, 15:45
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Markus Klaushofer gegen Julian Jäger oder wie aus Freunden Feinde wurden

Wien - Im Vorfeld der Bestellung des Flughafen-Wien-Vorstands tobt eine erbitterte Schlacht zwischen dem entlassenen Chef des Flughafens Malta (gehört großteils dem Wiener Airport), Markus Klaushofer, und dem Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger. Beide sind der SPÖ zuzurechnen und beide waren einst enge Freunde.

Klaushofers Vertrag wäre noch bis Juni 2017 gelaufen. An seiner Arbeit gab es nichts auszusetzen. Die Passagierzahlen stiegen, zuletzt trug die Malta-Beteiligung 4,7 Mio. Euro zum Ergebnis des Airport Vienna bei.

Offizieller Grund für Klaushofers Entlassung war eine interne Untersuchung, die angeblich "schwerwiegende Sachverhalte zutage brachte, die eine Auflösung des Dienstverhältnisses notwendig machten", so der Flughafen Wien. Dazu kam, dass sich Klaushofer eine Omega-Uhr im Wert von 3227 Euro gekauft habe und diese vom Duty-Free-Betreiber in Malta, Nuance, angeblich erheblich billiger bekam.

Upgrading

Am Wochenende wurde bekannt, dass sich Jäger seinerseits in seiner Zeit als Flughafen-Malta-Chef oftmals (auch bei Privatflügen) zwischen Malta und Wien bei der Air Malta in die Business-Class hat upgraden lassen. Es gab damals ein diesbezügliches Agreement, zwischen Airport und Air Malta, heute würde er es nicht mehr tun, rechtfertigt sich Jäger. Zu seiner Zeit in Malta sei dies gesetzlich erlaubt gewesen.

Klaushofer hat mittlerweile gegen seine Entlassung geklagt. Jene 400.000 Euro, die Klaushofer ursprünglich angeboten wurden, um den Vertrag einvernehmlich zu lösen, lehnte dieser ab.

Dass die Schlammschlacht weitergeht, ist fix: Klaushofer hat sich als einer von fünf Kandidaten für den Vorstandsposten am Wiener Airport beworben. Es wird davon ausgegangen, dass die Verträge der beiden jetzigen Chefs, Jäger und Günther Ofner (ÖVP), aufgrund ihres Erfolges verlängert werden. Gegen Klaushofer wurden indessen "weitere viel drastischere Vorwürfe" gefunden, heißt es am Flughafen Wien, die man derzeit noch nicht öffentlich machen will.

Bereits Mitte November 2014 wurde der langjährige Leiter einer Technikgesellschaft und Sohn eines Exministers (SPÖ) entlassen. Ihm werden "schwere dienstliche Verfehlungen" vorgeworfen. Auch er hat nun geklagt. (cr, 26.5.2015)

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