80 Prozent der Wanderer haben kein Problem mit Radfahrern im Wald

26. Mai 2015, 13:03
72 Postings

Mountainbiken nur mit Erlaubnis des Waldeigentümers bzw. Forststraßenerhalters erlaubt - 75 Prozent der Österreicher besitzen ein Fahrrad

Wien - 75 Prozent der Österreicher - rund 6,4 Millionen Menschen - besitzen ein Fahrrad. Mountainbikes sind mit 35 Prozent die größte Gruppe. 840.000 Personen fahren laut einer Umfrage regelmäßig auf Forststraßen und Waldwegen. Ein Konflikt ergibt sich dadurch nicht, acht von zehn Wanderern haben mit Radfahrern im Wald kein Problem.

Im Forstgesetz 1975 wird geregelt, dass jedermann den Wald zu Erholungszwecken betreten darf. Fahren im Wald ist jedoch nur mit Erlaubnis des Waldeigentümers bzw. Forststraßenerhalters gestattet. Dazu kommen oftmals noch jahreszeitliche und tageszeitliche Einschränkungen. Insgesamt besitzen 2,2 Millionen Österreicher ein Mountainbike und sind damit vom Verbot betroffen.

1.000 Befragte

Meinungsraum.at befragte im Mai je 500 Radfahrer und Wanderer zu Mountainbiken in Österreich. 60 Prozent der Mountainbiker forderten eine Freigabe des Waldes. "Ihnen ist bewusst, dass sie sich aufgrund der aktuellen gesetzlichen Lage im illegalen Raum bewegen", sagte Dietmar Gruber, Geschäftsführer der Radfahrerinitiative upmove, bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien.

Die Grenzen für Radfahrer sind eng, sie dürfen nur freigegebene und extra ausgewiesene Strecken benutzen. Rund 25.000 Kilometer sollen das hierzulande sein, darunter fallen laut Gruber allerdings auch öffentliche Straßen. "Es braucht dringend eine Ausweitung des bestehenden Betretungsrechts des Waldes", forderte Gruber. Der Zusatz "Befahren auf eigenes Risiko" solle das Haftungsrisiko begrenzen.

Vergleich Nachbarländer

Im benachbarten Ausland wie Italien, der Schweiz und Deutschland sei es längst Realität, dass Radler auch in den Wald dürfen. Hierzulande drohen Radfahrern Besitzstörung- und Unterlassungsklagen mit Streitwerten bis zu 15.000 Euro, sagte Gruber. Vertragliche Lösungen würden oft an den hohen Forderungen der Grundbesitzer scheitern.

"Beachtliche 51 Prozent der befragten Mountainbiker kennen die für das Befahren des Waldes definierten Regeln, für drei Viertel der Bergradler ist der Vorrang für Fußgänger selbstverständlich", erklärte meinungsraum.at-Geschäftsführer Herbert Kling. 56 Prozent der Befragten waren dagegen, dass Waldbesitzer und Jäger das Radfahren einschränken dürfen.

Tourismus

Auch SPÖ-Tourismussprecher Max Unterrainer sprach sich für eine Freigabe des Waldes für Radler aus. Immerhin würden bereits zehn Prozent der Touristen mit Fahrrädern anreisen. Die aktuelle Regelung sei "ein echter Hemmschuh für den Tourismus". Auch die Naturfreunde setzen sich für eine Freigabe aller Forststraßen für Radfahrer ein.

Für die Umfrage wurden auch Wanderer explizit gefragt, was sie im Wald stört. 80 Prozent gaben an, kein Problem mit Radfahrern zu haben. "Die Gruppe der unter 50-jährigen hat zu 91 Prozent kein Problem mit Radfahrern im Wald, während Wanderer der Generation 50+ nur zu 76 Prozent Radfahrer im Wald als nicht störend empfindet", erläuterte Kling. (APA, 26.5.2015)

  • Artikelbild
    grafik: apa
Share if you care.