Schweiz veröffentlicht Namen mutmaßlicher Hinterzieher im Web

26. Mai 2015, 08:24
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In guter Gesellschaft

Bern/Wien - Die Schweizer Steuerverwaltung ist für ihre außerordentliche Verschwiegenheit weltbekannt. Die Eidgenossen beantworteten in den vergangenen Jahren Anfragen ausländischer Steuerbehörden nur, wenn entweder internationale Spielregeln ihnen gar keine andere Wahl ließen oder aber US-Amerikaner um die Informationen ansuchten.

Auch Österreich hat mit einer Anfrage 2014 auf Granit gebissen, bei dem das Finanzministerium die Identität zahlreicher Steuerflüchtlinge erfahren wollte.

Umso bemerkenswerter ist, dass die Schweizer Steuerbehörden aktuell die Namen dutzender mutmaßlicher Steuerhinterzieher im Internet veröffentlichen. Bekanntgemacht werden die vollen Namen von Verdächtigen aus Deutschland, Frankreich, Russland, aber auch aus Indien im Bundesblatt - im Schweizer Amtsblatt. Die Informationen sind für jeden frei online zugänglich.

In guter Gesellschaft

Der Hintergrund: Wie Schweizer Medien berichten, werden die Eidgenossen derzeit mit Anfragen ausländischer Steuerbehörden überschwemmt. Ehe Informationen ans Ausland weitergegeben werden, sollen Betroffene das Recht bekommen, Einspruch einzulegen. Da man einige bisher nicht kontaktieren konnte, behilft man sich nun mit der Namensveröffentlichung.

In Deutschland sorgte die Sache über Pfingsten für Schlagzeilen, weil sich unter den Verdächtigen auch Francisco José Ortiz von Bismarck, ein Ururenkel von Deutschlands erstem Reichskanzler, befindet. Österreicher finden sich bisher nicht auf der Liste - dafür aber zahlreiche russische und spanische Investmentgesellschaften. Auch mehrere US-Amerikaner werden gesucht - wobei bei ihnen nur die Initialen genannt werden. (szi, 26.5.2015)

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