Fedora 22: Neue Version der Linux-Distribution veröffentlicht

26. Mai 2015, 16:26
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Kommt mit GNOME 3.16 und frühem Wayland-Support - DNF ersetzt Yum

Rund sechs Monate nach der Freigabe von Fedora 21 kann die von Red Hat maßgeblich vorangetriebene Linux-Distribution nun bereits wieder mit einer neuen Release aufwarten. Und Fedora 22 hat dabei durchaus einige interessante Neuigkeiten zu bieten.

GNOME

Am Desktop wäre dabei vor allem die Aktualisierung auf GNOME 3.16 zu nennen. Wie an anderer Stelle bereits ausführlich besprochen, resultiert daraus unter anderem ein neugestaltetes Benachrichtigungssystem und das Redesign einiger Anwendungen. Auch dem Dateimanager Nautilus wurde so mancher Feinschliff verpasst. So wurde etwa die Listenansicht neu gestaltet, und Icons werden nun von Haus aus größer als bisher dargestellt.

Terminal-Bonus

Fedora fügt all dem noch einige Nettigkeiten hinzu. So gibt es hier jetzt Benachrichtigungen, wenn längere Tasks im GNOME Terminal abgeschlossen wurden. Auch die Transparenz und das dunkle Theme, die im offiziellen GNOME Terminal mittlerweile entfernt wurden, hat Fedora wieder eingepflegt.

Wayland

Angesichts dessen, dass Red Hat zentral an der Entwicklung von Wayland beteiligt ist, darf es nicht verwundern, dass Fedora ganz vorne bei der Unterstützung des X.org-Ersatzes mit dabei ist. In der aktuellen Ausgabe macht der Wayland-Support also erhebliche Fortschritte, als stabil ist das ganze aber weiterhin noch nicht anzusehen. Zwar lässt sich der Desktop bereits unter Wayland betreiben, es gibt dabei aber noch einige Bugs, die die Nutzung zu einer ziemlich unrunden Angelegenheit werden lassen.

Login

Derzeit läuft entsprechend auch nur der Login-Manager GDM von Haus aus unter Wayland. Der restliche Desktop soll dann mit Fedora 23 folgen, so sieht es zumindest der aktuelle Plan vor. Unter der Oberfläche bringt die neue Release trotzdem bereits einen wichtigen Schritt in diese Richtung: Die libinput kümmert sich nun sowohl für X11 als auch bei Wayland um das Input Device Handling.

Bug Reporting

Das Automatic Bug Reporting Tool (ABRT) integriert sich nun ebenfalls besser mit dem Desktop. So kann über die GNOME-Privacy-Einstellungen festgelegt werden, welche Informationen im Problemfall übertragen werden. Auch sollen die Benachrichtigungen von ABRT nun generell etwas hilfreicher sein.

DNF! DNF! DNF!

Immer wieder anvisiert, immer wieder verschoben, nun endlich Realität: DNF ersetzt Yum. Es gibt also ein neues Tool zum Paketmanagement. Die Syntax ähnelt dabei stark jener des Vorgängers, der Umstieg sollte also keine all zu großen Probleme bereiten. DNF verspricht vor allem eine in vielen Bereichen bessere Performance, etwa bei der Abhängigkeitsausflösung.

Server

Fedora ist natürlich längst nicht Desktop allein: So kommt am Server nun ein neuer Daemon zum Deployen von Server-Rollen hinzu. Dieses basiert auf Rolekit, das mit Fedora 21 Einzug in die Distribution gehalten hat. Auch Cockpit, Fedoras Web-Tool zum Servermanagement, wurde um zahlreiche neue Funktionen und ein modulares Design erweitert. Zudem vollzieht Fedora einen Wechsel in Dateisystemfragen: Bei Server-Installationen kommt nun von Haus aus XFS statt ext4 zum Einsatz.

Cloud

Das Cloud-Image von Fedora 22 kommt nun mit rpm-ostree-toolbox, ein neues Kommandozeilen-Tool um Linux Container auf Atomic Hosts zu managen.

Komponenten

Zu den Eckpunkten der Softwareausstattung gehört der Linux Kernel in der derzeit aktuellsten Ausgabe 4.0. Auch sonst gibt sich Fedora gewohnt schnell beim Aufnehmen neuer Technologien. Kommt doch bereits die GCC5 als Compiler zum Einsatz.

Alternativen

Neben dem Default-Desktop GNOME stehen natürlich auch dieses Mal wieder einige andere Oberflächen zur Wahl. Für KDE-Nutzer geht der Sprung auf Fedora 22 dabei mit einem vergleichsweise großen Wechsel einher, kommt doch erstmals Plasma 5 zum Einsatz. Und der schlanke Desktop Xfce ist nun in der Version 4.12 enthalten.

Download

Fedora 22 kann wie gewohnt kostenlos von der Seite des Projekts als Image zur Installation auf USB-Stick oder CD/DVD heruntergeladen. werden. Unterdessen hat die Entwicklung von Fedora 23 bereits begonnen. Dieses wird derzeit für Ende Oktober anvisiert. (Andreas Proschofsky, 26.5.2015)

Link

Fedora

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  • Der Login-Screen läuft jetzt unter Wayland - rein äußerlich ist dabei natürlich kein Unterschied erkennbar.
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    Der Login-Screen läuft jetzt unter Wayland - rein äußerlich ist dabei natürlich kein Unterschied erkennbar.

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