"Gruselig": Google entwirft Plüschtiere mit Kameras und Mikrofonen

24. Mai 2015, 10:23
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Sollen als Spielzeug oder Fernbedienung für andere Geräte dienen und auf Sprachkommandos hören

Internetriese Google könnte nach Smartphones, Tablets und Streaming-Sticks künftig auch mit smarten Plüschtieren in die Haushalte vordringen. Vor kurzem hat das Unternehmen aus Mountain View einen Patentantrag eingereicht, das entsprechende Gadgets skizziert.

Die Erfindung versteht sich sowohl als Spielzeug, als auch als Fernbedienung für andere Geräte. Kritik von Datenschützern dürfte allerdings vorprogrammiert sein.

Plüschtiere erkennen Benutzer

Einen Hasen und einen Bären zeigt eine Zeichnung, die das Konzept näher gegenüber dem US Patent Office erläutert. In jedem Auge des Plüschtieres befindet sich eine Kamera, in jedem Ohr ein Mikrofon. Der Mund beinhaltet einen Lautsprecher, mehrere Motoren sollen die Tierfigur in Bewegung versetzen können.

Der Plan dahinter ist es, die Verwendung von Smartphones, Tablets, Smart-TVs oder auch intelligenten Thermostaten wie Nest mit ihnen zu vereinfachen. Zu diesem Zweck sollen die Figuren Sprachbefehle verstehen können. Mit den integrierten Kameras wären sie auch in der Lage, ihre Benutzer zu erkennen und sich gegebenenfalls gegen Eingaben zu sperren.

Vertraut oder "gruselig"?

Auch Blicke sollen sie erwidern können und für einzelne User Profile anlegen, um individuell auf "optische Hinweise" zu reagieren. Neben den skizzierten Umsetzungen ist für Google auch vorstellbar, die Technologie etwa in eine Drachenfigur oder in ein unaufälliges System zu verbauen.

Der Vorteil von Hase und Bär soll in einer für den Nutzer entstehenden Vertrautheit liegen, während gleichzeitig die Bedienung von anderen Devices vereinfacht wird. Eine Einschätzung, der man etwa bei Quartz nicht folgen kann. Autor Mike Murphy beurteilt die Google-Plüschfiguren als "gruselig".

Teil von Daten soll bei Google gespeichert werden

Da der Patentantrag vorsieht, dass ein Teil der von Teddy oder Schlappohr gesammelten Daten auf Googles Servern hinterlegt wird, ergeben sich zusätzliche heikle Datenschutzfragen. Mit heftiger Kritik sah sich vor nicht all zu langer Zeit etwa Puppenproduzent Mattel konfrontiert, der eine ans Internet angebundene, sehende und hörende Variante der bekannten Barbie-Puppe in Umlauf gebracht hatte.

Viel zum Patentantrag sagte Google bislang nicht. Ein Sprecher ließ Quartz allerdings wissen, dass Patentanträge keine Garantie über das Erscheinen künftiger Produkte seien. Zudem muss das US-Patentamt noch darüber entscheiden, ob das Patent überhaupt genehmigt wird. (gpi, 24.05.2015)

  • Googles Patentantrag zeigt einen Hasen und einen Bären mit Kameras, Mikrofonen und Motoren.
    foto: uspto/google

    Googles Patentantrag zeigt einen Hasen und einen Bären mit Kameras, Mikrofonen und Motoren.

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    foto: uspto/google
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