Italiens linke Tageszeitung "L'Unità" soll ab Juni wieder erscheinen

24. Mai 2015, 10:18
2 Postings

Ein Chefredakteur wird noch gesucht - Traditionsblatt wird seit vergangenem August nicht mehr gedruckt

Rom - Die linke italienische Tageszeitung "L'Unità" soll ab dem 30. Juni wieder erscheinen. Die im Immobilienbereich aktive Gruppe Pessina soll einen 80-Prozent-Anteil am Konsortium übernehmen, das die Tageszeitung drucken soll. "L'Unità" erscheint seit dem letzten August nicht mehr.

Das Konsortium sei auf der Suche nach einem neuen Chefredakteur, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag. Noch unklar ist wie viele der 56 Journalisten, die ihren Job bei "L'Unità" verloren hatten, neu angestellt werden sollen.

Gespräche mit ehemaligen Redakteuren

Kommende Woche beginnen Gespräche mit den Redakteuren. Damit hofft die Tageszeitung, die am 12. Februar 1924 von Antonio Gramsci gegründet und im Zeitraum zwischen 1924 und 1991 das offizielle Sprachrohr der Kommunistischen Partei Italiens (PCI) war, auf einen Neustart.

Nach dem missglückten Attentat auf Benito Mussolini im Oktober 1926 wurde die Zeitung zusammen mit dem Blatt "L'Avanti!" der Sozialistischen Partei Italiens verboten, erschien jedoch bis zur Befreiung Italiens 1945 im Untergrund. In den Achtzigerjahren erreichte "L'Unità" eine tägliche Auflage von 239.000 Stück, 1989 wurde der spätere Ministerpräsident Italiens, Massimo D'Alema, Chefredakteur der Zeitung.

Im Juli 2000 stellte "L'Unità" aus finanziellen Gründen die Produktion ein, um jedoch im März 2001 wieder in einer reduzierten Auflage zu erscheinen. Bis zur Schließung im letzten August hielt sich die Tageszeitung finanziell nur mit größten Schwierigkeiten über Wasser. (APA, 24.5.2015)

Share if you care.