Stuttgart schafft Klassenerhalt, HSV rettet sich in Relegation

23. Mai 2015, 17:42
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VfB schiebt sich mit 2:1 in Paderborn aus der Gefahrenzone - Aufsteiger und Freiburg degradiert

Wien/Paderborn - Am Ende hat es doch die Kleinen erwischt, im hochspannenden Abstiegskampf der deutschen Bundesliga: Neuling SC Paderborn und der SC Freiburg haben am letzten Spieltag die Rettung verpasst, während der VfB Stuttgart den Klassenerhalt schaffte und der Hamburger SV sich immerhin in die Relegation retten konnte.

Paderborn belegt nach dem 1:2 gegen den VfB den 18. Tabellenplatz, Freiburg rutschte durch ein 1:2 beim ebenfalls noch gefährdeten Hannover auf Platz 17 ab. Es ist der fünfte Abstieg für die Breisgauer. Das weiterhin unabsteigbare Hamburg kämpft nach dem 2:0 gegen Schalke 04 als 16. am 28. Mai und 1. Juni gegen den Karlsruher SC, Dritter in Liga zwei, um den Bundesliga-Verbleib.

Die Hanseaten bekommen daher wie schon im Vorjahr noch eine Chance, den ersten Abstieg in der 128-jährigen Vereinsgeschichte doch noch zu vermeiden. Die Tore gegen harmlose Schalker (Christian Fuchs auf der Bank) erzielten Ivica Olic in der 49. Minute und Slobodan Rajkovic (58.) per Kopfball. Olic, in der Winterpause vom VfL Wolfsburg nach Hamburg zurückgekehrt, war nach einem Corner mit einem halbhohen Schuss aus sechs Metern Entfernung erfolgreich. Rajkovic drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.

Nach dem Abpfiff verwandelten die 57.000 Zuschauer das seit Wochen ausverkaufte Stadion in ein Tollhaus. Besondere Ovationen erntete Trainer Bruno Labbadia, der die Hanseaten vor wenigen Wochen als Schlusslicht übernommen hatte.

Stuttgart geriet in Paderborn durch ein Tor von Marc Vucinovic (4.) schnell in Rückstand, danach zeigten sich die Gastgeber als stärkeres Team. Nach einem Abwerhfehler gelang Daniel Didavi (36.) dann aber der Ausgleich. Die große Chance zur VfB-Führung vergab Daniel Ginczek, als er das leere Tor verfehlte.

Daniel Ginczek schließlich war es, der das Team von Martin Harnik und Florian Klein zu Sieg und Klassenerhalt schoss (72.). Huub Stevens, der das Team Ende November am Tabellenende von Armin Veh übernommen hatte, rettete Stuttgart wie bereits in der letzten Saison also auch diesmal. "Wir sind ruhig geblieben und haben auf unsere Stärken vertraut. Wir haben uns belohnt, verdient gewonnen und zu Recht die Klasse gehalten", sagte der 61-Jährige. Paderborns André Breitenreiter: "Geld schießt eben doch Tore. Schade, dass wir uns nicht zumindest mit einem Sieg von unseren fantastischen Fans verabschieden konnten."

Beim Sieg von Hannover gegen Freiburg trafen Hiroshi Kiyotake (3.) und Jimmy Briand (84.). Nils Petersens Anschlusstor (90.+2) kam zu spät. EEs ist ein kleiner, aber ein großer kleiner Verein. Wir werden wiederkommen. Fassungslosigkeit und Trauer kommen noch", beschrieb SC-Trainer Christian Streich seine Gefühlslage. Ein Unentschieden hätte seiner Mannschaft den Relegationsplatz gesichert. Hertha BSC erreichte das rettende Ufer trotz einer 1:2 (0:1)-Niederlage bei 1899 Hoffenheim.

Meister Bayern München verabschiedete sich mit einem entspannten 2:0 (1:0)-Erfolg gegen den FSV Mainz 05. Robert Lewandowski (25., Handelfmeter) und Sebastian Schweinsteiger (48.) waren die Torschützen. Bei den Verlierern war Julian Baumgartlinger über die komplette Distanz im Einsatz. Nach dem Abpfiff gab es für die Bayern die Meisterehrung, am Sonntag folgt die traditionelle Feier auf dem Marienplatz - diesmal zusammen mit dem ebenfalls meisterlichen Frauenteam. Trainer Pep Guardiola: "Nächste Saison werden wir stärker zurückkommen und die Fans mit unserer Spielweise zufriedenstellen, das ist mein Ziel. Ich hoffe auf den bestmöglichen Kader. Weiter, immer weiter."

Die Vizemeisterschaft sicherte sich Pokalfinalist Wolfsburg durch ein 2:2 (2:1) beim 1. FC Köln. Yuya Osako (3.) schoss die Mannschaft von Peter Stöger in Führung, Luiz Gustavo (8.) und Ivan Perisic (15.) sorgten für die schnelle Wende zugunsten der Wölfe. Slawomir Peszko (61.) gelang aber noch der Ausgleich. Für Innenverteidiger Kevin Wimmer war es wohl die letzte Partie im Dress der Kölner, der Österreicher dürfte sich im Sommer in Richtung Tottenham verabschieden. Stöger: "Das war ein schöner Abschluss. Dass sechs Mannschaften bis zum Schluss in den Abstiegskampf verwickelt waren und wir nicht, zeigt, dass wir eine richtig gute, ausgeglichene Saison gespielt haben."

Borussia Mönchengladbach unterlag überraschend dem FC Augsburg mit 1:3 (1:0). Raffael (36.) traf zum 1:0 für den Tabellendritten. Pierre-Emil Höjbjerg (72.), Tim Matavz (77.) und Sascha Mölders (90.+5) trafen für die Schwaben, die sich damit als Fünfte direkt für die Europa League qualifizierten.

Borussia Dortmund bezwang im letzten Buli-Spiel unter Trainer Jürgen Klopp Werder Bremen 3:2 (3:1)-Sieg und schaffte damit als Tabellensiebenter die Europa-League-Qualifikation; der BVB kann am kommenden Samstag in Berlin noch DFB-Pokalsieger werden und sich damit ein direktes Ticket nach Europa sichern. Shinji Kagawa (15.), Pierre-Emerick Aubameyang (17.) und Henrich Mchitarjan (42.) trafen für die Schwarz-Gelben. Für die Werderaner waren Levin Öztunali (26.) Theodor Gebre Selassie (85.) erfolgreich.

Torschützenkönig wurde trotz einer wochenlangen Verletzungspause im Saisonfinish der Frankfurter Alexander Meier mit 19 Treffern. (red/sid - 23.5. 2015)

  • Martin Harniks (Mitte) Stuttgarter schafften in Paderborn nach einem 0:1-Rückstand noch die Wende. Der Siegestriffer geht auf das Konto von Daniel Ginczek (rechts).
    foto: reuters/pfaffenbach

    Martin Harniks (Mitte) Stuttgarter schafften in Paderborn nach einem 0:1-Rückstand noch die Wende. Der Siegestriffer geht auf das Konto von Daniel Ginczek (rechts).

  • Griff in München bereits wieder aktiv ins Geschehen ein: David  Alaba. "Bier das man trinken kann, schüttet man nicht aus", meinte dazu Kaiser Franz.
    foto: reuters/dalder

    Griff in München bereits wieder aktiv ins Geschehen ein: David Alaba. "Bier das man trinken kann, schüttet man nicht aus", meinte dazu Kaiser Franz.

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