Irakische Truppen unternehmen neuen Vorstoß gegen IS

23. Mai 2015, 12:41
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Hunderte Soldaten rücken gegen Ramadi vor

Bagdad - Im Irak haben Regierungstruppen und schiitische Milizen einen neuen Versuch begonnen, den Vormarsch der Extremistengruppe Islamischer Staat zu stoppen. Nach Angaben von Politikern rückten Hunderte Soldaten und Kämpfer am Samstag von einem Flugplatz in der Nähe von Ramadi aus auf Ortschaften in der Umgebung der strategisch wichtigen Stadt vor, die zwischen beiden Lagern umkämpft sind. Ramadi wurde vor kurzem vom IS überrannt. Die Einnahme der Stadt war die größte militärische Niederlage irakischer Truppen seit einem Jahr.

Mit der Eroberung Ramadis hat der IS seine Herrschaft über die Wüstenprovinz Anbar ausgebaut. Dort werden noch kleine Enklaven von Regierungstruppen gehalten. Militärs rechnen mit schweren Kämpfen bei der Rückeroberung der Provinzhauptstadt, da die irakische Armee nach US-Angaben bei ihrer überstürzten Flucht ein großes Waffenarsenal - darunter ein halbes Dutzend Panzer und rund 100 Fahrzeuge - zurückließ.

Antikenstätte bisher offenbar unversehrt

Auch in Syrien hat der IS erhebliche Geländegewinne gemacht und Palmyra erobert. In der Weltkulturerbe-Stadt hissten die Extremisten am Samstag ihre Flagge über einer historischen Zitadelle.

Nach der Eroberung sind IS-Kämpfer in das Museum eingedrungen, haben die weltberühmte Antikenstätte vor der Stadt bisher aber nicht betreten. Das gab der Leiter der syrischen Altertümerverwaltung, Mamun Abdelkarim, am Samstag unter Berufung auf Anwohner Palmyras in Damaskus bekannt.

Die Extremisten gingen demnach am Donnerstag in das Museum und zerstörten Gipsrepliken, am Freitag postierten sie Wachen vor dem Gebäude und sperrten es zu.

Die wichtigsten Exponate des Museums seien vor dem Ansturm des IS nach Damaskus in Sicherheit gebracht worden, sagte Abdelkarim. Allerdings hätten einige Kulturgüter wie die Sarkophage nicht bewegt werden können. "Das beunruhigt uns."

In den archäologischen Stätten, die zum Unesco-Welterbe zählen, "gab es noch keine Bewegungen des IS", sagte Abdelkarim. Er hoffe, dass die Extremisten dort nicht wüteten wie im Irak. Dort hatten sie die Kulturstätten Nimrud und Hatra in Schutt und Asche gelegt.

Palmyra gilt als antike Perle in der syrischen Wüste. Vor Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011 besuchten jedes Jahr mehr als 150.000 Touristen die Wüstenstadt und bewunderten die Statuen, mehr als tausend Säulen und die beeindruckende Nekropole mit über 500 Gräbern. (Reuters/APA, red, 23.5.2015)

  • Irakische Regierungstruppen und schiitische Milizen wollen Ramadi von der IS zurückerobern.
    foto: apa/epa/aamaq media

    Irakische Regierungstruppen und schiitische Milizen wollen Ramadi von der IS zurückerobern.

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