Irak: 55.000 Menschen aus Ramadi geflohen

22. Mai 2015, 19:03
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Vereinte Nationen: Seit Mitte Mai haben Zehntausende Menschen die Hauptstadt der Provinz Anbar verlassen

Bagdad – Seit dem Beginn der jihadistischen Offensive zur Einnahme des irakischen Ramadi Mitte Mai sind nach Angaben der Vereinten Nationen bereits etwa 55.000 Menschen aus der Stadt geflohen.

Bereits zuvor seien seit Anfang April wegen der Angriffe der Miliz Islamischer Staat (IS) rund 128.000 Menschen aus Ramadi und der Umgebung geflüchtet, sagte der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks, Adrian Edwards, am Freitag im schweizerischen Genf. Etwa 90 Prozent der Flüchtlinge halten sich demnach weiter in der Provinz Anbar auf, deren Hauptstadt Ramadi ist.

Der IS hatte Ramadi vor wenigen Tagen eingenommen und damit seinen größten Sieg seit mehreren Monaten errungen. Am Freitag kündigte ein Sprecher der schiitischen Milizen an, gemeinsam mit Regierungstruppen solle in den kommenden Tagen ein Versuch zur Rückeroberung der Stadt unternommen werden. Hierfür seien aber noch einige Vorbereitungen nötig, "weil diese Operation nicht leicht wird", sagte Ahmed al-Assadi. Demnach sollen zehntausende Sicherheitskräfte daran teilnehmen.

Kampf um Baiji

Das US-Militär teilte indes mit, irakische Truppen hätten am Boden einen Weg zur größten Ölraffinerie des Landes freigekämpft und gesichert. Nun würden Verstärkung und Nachschub in die Anlage von Baiji rund 200 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt Bagdad gebracht. Die Raffinerie war im vergangenen Jahr monatelang von IS-Kämpfern besetzt worden, bevor die Armee wieder die Kontrolle übernahm. Seit April befanden sich allerdings wieder Jihadisten in der Anlage.

Der IS hatte im Sommer vergangenen Jahres große Teile des Nordirak und des benachbarten Syrien unter seine Kontrolle gebracht. Eine Militärallianz unter Führung der USA fliegt Luftangriffe auf die Jihadisten, am Boden kämpfen vorwiegend einheimische Kräfte. (APA, 22.5.2015)

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