Vorbild Weißrussland und armes Deutschland

23. Mai 2015, 09:53
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"Zur Zeit" lobt das Vorbild Weißrussland, das als "letzte Diktatur Europas" verunglimpft wird

Wieder einmal mussten sie den Kelch des Leidens bis zur Neige leeren, die deutschgesinnten Schmerzensmänner von "Zur Zeit", doch nun können sie wieder frei atmen. Die Gedenkfeiern sind vorbei - Gott sei Dank! entrang sich ein Stoßseufzer der Erleichterung Andreas Mölzers Busen. Es war ja auch zu arg. Keine Gazette, auf deren Seiten nicht die Schrecken der letzten Kriegswochen geschildert wurden, keine Fernsehsendung, in der nicht die Erinnerung an die deutschen Untaten aufgewärmt wurde, keine Talkshow, in der nicht irgendein Repräsentant des Staates vom Bundespräsidenten abwärts, ob er nun Gauck oder Fischer heißt, die entsprechende Betroffenheit zeigte. Und damit noch lange nicht genug. Staatsakte wurden abgehalten, Regierungsspitzen konnten sich ebenfalls entsprechend betroffen vor der Kamera präsentieren und Greise ehemaliger KZ-Häftlinge waren in ihren nachgeschneiderten Häftlingskleidern beliebte Objekte für die Kameraleute und Fotografen.

Es muss grauenhaft gewesen sein, dies alles mitzuerleben, und dann auch noch in einem Nebensatz und gegen den Strich sagen zu müssen: Alles legitim und richtig, weil man ja, wenigstens nach außen hin, nicht als total unbelehrbar gelten will. Aber nach innen steht fest: Die eigenen Opfer zählen für die Politnomenklatura scheinbar nichts. Stattdessen hat Frau Merckel pflichtschuldigst in Moskau der gewaltigen Opfer der Roten Armee gedacht. Diese geradezu zwanghafte Identifikation des heutigen politischen Establishments mit den Siegern von 1945 ist historisch-psychologisch eigentlich ziemlich verdächtig und es konterkariert im Grunde genommen die stets wiederholten Beteuerungen von der historischen Verantwortung der Deutschen für die Verbrechen, die in ihrem Namen begangen wurden.

Da hat der Psychologe Mölzer die Politnomenklatura aber richtig erwischt. Ist ja bei einigem Aufwand an teutonischer Dialektik leicht zu erkennen: Wenn man sich in so hohem Maße mit den Siegern identifiziert, wie kann man dann historische Verantwortung für die Untaten der Besiegten übernehmen? Eigentlich eine skurrile Frage, empfindet der Fragesteller dumpf, aber eine, die hier zu stellen ist.

Vor allem der deutsche Bundespräsident Gauck fand keine Gnade. Der moralinsaure Präsident übt die Selbsterniedrigung. Es gab ja bereits etliche deutsche Bundespräsidenten, die alles und jedem gegenüber immer wieder die unvergängliche deutsche Schuld betonten. Was Gauck allerdings seit seinem Amtsantritt als Bundespräsident im Jahre 2012 von sich gibt, ist selbst für leidgeprüfte Bundesbürger nur schwer, und für "Zur Zeit" -Geistige noch schwerer, zu ertragen.

Sagte der doch im Zusammenhang mit griechischen Reparationsforderungen glatt: "Ich verneige mich vor den Opfern der ungeheuren Verbrechen" - und verkannte dabei vollkommen, dass Repressionsmaßnahmen gemäß damals geltender Haager Landkriegsordnung durchaus zulässig waren. Wie kann einem Bundespräsidenten nur so ein Lapsus unterlaufen! Schlimmer noch. Gauck äußerte Bedauern darüber, dass sich die Verantwortlichen des Verbrechens nie selbst zu ihrer Schuld bekannt hätten. Es will ja nicht jeder Selbsterniedrigung üben.

Armes Deutschland, mit einem solchen Bundespräsidenten. Da lobt man sich in "Zur Zeit" doch das Vorbild Weißrussland, das als "letzte Diktatur Europas" verunglimpft wird, wo es sich doch um eine lupenreine Demokratie ungetrübtesten Wässerchens handelt. Dort heißt es in Artikel 56 der Verfassung unmissverständlich: "Die Bürger der Republik Weißrussland sind verpflichtet, zur Finanzierung der öffentlichen Ausgaben durch staatliche Steuern, Gebühren und andere Zahlungen beizutragen." Das müssen Österreichs Bürger zwar auch, aber in Weißrussland wird damit klargestellt, dass Sozialschmarotzertum unerwünscht ist.

Überhaupt sind dort volkszerstörende Aktivitäten, wie sie hierzulande von den Linken und den Anhängern der "Frankfurter Schule" betrieben werden, unzulässig. Und weil sich diese Bestimmung nicht nur an Bürger, sondern an "jeden" richtet, wird auch deutlich, dass Integrationsunwilligkeit von Einwanderern in diesem Land Europas nichts zu suchen hat.

Anders als in Österreich, wo Sozialschmarotzer die "Frankfurter Schule" absolvieren, dürfte sich im Vorbild Weißrussland die Einwanderung in Grenzen halten. Den Mitarbeitern von "Zur Zeit" stehen sie offen, sie sind dort schon jetzt voll integriert. (Günter Traxler, 23.5.2015)

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