Sturz stoppt Contador, Gesamtführung weg

22. Mai 2015, 20:30
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Spanier auf Etappe 13 von Massensturz kurz vor dem Ziel gebremst - Italiener Aru neuer Mann in Rosa

Jesolo - Top-Favorit Alberto Contador bleibt beim 98. Giro d'Italia vom Pech verfolgt. Der Spanier vom Team Tinkoff-Saxo wurde auf der 13. Etappe am Freitag von einem Massensturz kurz vor der neutralisierten Zone an der Drei-Kilometer-Marke gebremst, büßte 36 Sekunden ein und verlor das Rosa Trikot des Gesamtführenden an den Italiener Fabio Aru (Astana).

Contador war bereits im Finale der sechsten Etappe zu Fall gekommen und hatte sich dort eine Schulterverletzung zugezogen. Sein Rückstand auf Aru beträgt 19 Sekunden. Dritter ist der Spanier Mikel Landa (1:14). Richie Porte (Sky) verlor 2:08 Minuten, der Australier erreichte das Ziel auf dem Rad eines Teamkollegen. Bernhard Eisel musste seinem Chef Geleitschutz geben. Porte rutschte in der Gesamtwertung an die 17. Stelle (+5:05) ab.

Mehr Sorgen als die verlorenen Sekunden bereitete Alberto Contador aber eine Verletzung am linken Bein. "Ich wurde offenbar vom Kettenblatt eines anderen Rades getroffen. Das könnte mich behindern. Hoffentlich ist es nur eine oberflächliche Wunde", wurde der Spanier in einer Mitteilung seines Rennstalls zitiert.

Der Tagessieg ging nach der haotischen Zielankunft der 147 km langen Etappe von Montecchio Maggiore nach Jesolo im Massenspurt and den Italiener Sacha Modolo (Lampre-Merida), der seine Landsleute Giacomo Nizzolo (Trek) und Elia Viviani (Sky) auf die Plätze verwies. Modolo feierte seinen ersten Giro-Tagessieg, vor drei Jahren hatte er bei der Österreich-Rundfahrt zwei Etappen (Lienz, Melk) gewonnen.

Ins Rampenlicht strampelte kurzfristig auch Rick Zabel. Der 21-jährige Sohn des früheren deutschen Top-Sprinters Erik Zabel schaffte den Sprung in eine dreiköpfige Ausreißergruppe, der vom Peloton aber nur ein geringer Vorsprung eingeräumt wurde. Rund 18 km vor dem Ziel war das Trio eingeholt. Zabel absolviert beim Giro seine erste große Landesrundfahrt (Giro, Tour, Vuelta) und will vor allem Erfahrung sammeln.

Am Samstag steht das einzige Einzelzeitfahren der diesjährigen Italien-Rundfahrt auf dem Programm. Über 59,4 km führt die Strecke von Treviso nach Valdobbiadene, dabei ist auch eine Bergwertung der vierten und kleinsten Kategorie zu meistern.

Gerrans und Küng out

Für den Schweizer Stefan Küng ist der Giro nach seinem schweren Sturz auf der 12. Etappe beendet. Wie sein Team BMC mitteilte, erlitt der Vizeweltmeister in der Bahn-Verfolgung eine Fraktur des neunten Brustwirbels und fällt drei bis vier Monate aus.

Auch Simon Gerrans konnte am Freitag nicht mehr ins Renngeschehen eingreifen. Der 34-jährige Australier, der gleichfalls bei einer Abfahrt gestürzt war, zog sich Hautabschürfungen zu. Er werde als Vorsichtmaßnahme aus dem Rennen genommen, teilte sein Team Orica-GreenEdge mit. (sid/APA/red - 22.5. 2015)

Ergebnis Giro d'Italia, 13. Etappe von Montecchio Maggiore nach Jesolo (147 km):

1. Sacha Modolo (Italien/Lampre-Merida) 3:03:08 Stunden, 2. Giacomo Nizzolo (Italien/Trek), 3. Elia Viviani (Italien/Sky), 4. Alexander Porsew (Russland/Katjuscha), 5. Eduard Grosu (Rumänien/Nippo-Vini Fantini), 6. Axel Maximiliano Richeze (Argentinien/Lampre-Merida), 7. Moreno Hofland (Niederlande/LottoNL-Jumbo), 8. Nicola Ruffoni (Italien/Bardiani-CSF), 9. Luka Mezgec (Slowenien/Giant-Alpecin), 10. Heinrich Haussler (Australien/IAM Cycling).

Gesamtwertung nach 13 von 21 Etappen: 1. Fabio Aru (Italien/Astana) 54:20:35 Stunden, 2. Alberto Contador (Spanien/Tinkoff-Saxo) 0:19 Minuten zurück, 3. Mikel Landa (Spanien/Astana) 1:14, 4. Roman Kreuziger (Tschechien/Tinkoff-Saxo) 1:38, 5. Dario Cataldo (Italien/Astana) 1:49, 6. Rigoberto Uran (Kolumbien/ETIXX-Quick Step) 2:02, 7. Damiano Caruso (Italien/BMC Racing) 2:12, 8. Andrey Amador (Costa Rica/Movistar) 2:21, 9. Giovanni Visconti (Italien/Movistar) 2:40, 10. Juri Trofimow (Russland/Katjuscha) 3:15.

  • Alberto Contador tut sich derzeit beim Lächeln etwas schwer, der Spanier muss beim Giro einen harten Weg gehen.
    foto: apa/epa/dal zennaro

    Alberto Contador tut sich derzeit beim Lächeln etwas schwer, der Spanier muss beim Giro einen harten Weg gehen.

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