Alijew: Medikamente wurden ärztlicherseits verschrieben

22. Mai 2015, 22:45
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Kasachischer Ex-Botschafter hatte laut toxikologischem Gutachten zwei Schlafmittel, Paracetamol und Arzneien gegen Diabetes und Bluthochdruck im Blut – Staatsanwaltschaft: "Keine Auffälligkeiten festgestellt"

Wien – Im Blut des kasachischen Exbotschafters Rachat Alijew, der sich vor drei Monaten in seiner Zelle in Wien-Josefstadt mutmaßlich selbst das Leben genommen hat, wurden fünf Medikamente nachgewiesen. Zu diesem Ergebnis kam das von der Staatsanwaltschaft Wien beantragte toxikologische Gutachten des Gerichtsmedizinischen Instituts der Medizinischen Uni Innsbruck.

Neben den zwei Schlafmitteln Zolpidem und Bromazepan - Letzteres wird auch gegen Angstzustände verabreicht - wurden Medikamente gegen Diabetes und Bluthochdruck gefunden. Auch der schmerzstillende Arzneistoff Paracetamol wurde nachgewiesen. Laut Staatsanwaltschaft "entsprachen die festgestellten Wirkstoffe in ihrer Menge einer Medikation. Es konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden". Alle Medikamente sind Alijew von seinen Ärzten verschrieben worden.

Bei einem Schnelltest der Wiener Gerichtsmedizin wurden nach Auffinden der Leiche Hinweise auf Barbiturate festgestellt. Diese werden als Betäubungsmittel eingesetzt, sind in Österreich aber fast gänzlich verboten. Das toxikologische Gutachten fand keine Hinweise auf Barbiturate, was Alijews Anwalt Manfred Ainedter "aufklärungswürdig" befand. Auch die Tatsache, dass sich die Mittel Zolpidem und Bromazepan gegenseitig verstärken, will Ainedter näher untersuchen lassen. Das Ergebnis des ebenfalls von der Staatsanwaltschaft Wien angeordneten Obduktionsgutachtens aus dem Schweizer St. Gallen ist weiter ausständig. (krud, 21.5.2015)

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