AfD-Vorstand kippt Parteireform

22. Mai 2015, 14:00
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Aufstieg von Lucke zum alleinigen Parteichef verhindert - Machtkampf zwischen wirtschaftsliberalem und nationalkonservativem Flügel

Berlin - Der Vorstand der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) hat nach Angaben aus der Parteispitze den Aufstieg von Bernd Lucke zum alleinigen Parteichef vorerst durchkreuzt. Das Gremium kippte die im Januar auf Luckes Wunsch hin beschlossene Parteireform, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Vorgesehen war die Verkleinerung der bisherigen Dreierspitze aus Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam im Dezember. Lucke wollte für den Posten des alleinigen Parteichefs kandidieren. Er hat zudem die Vorstandswahlen auf dem Parteitag im Juni in Kassel zu einer Richtungsentscheidung im Machtkampf zwischen dem wirtschaftsliberalen und dem nationalkonservativen Flügel erklärt.

Der Parteivorstand folgte nun mehrheitlich Bedenken des Bundesschiedsgerichts der AfD, weil es zu Unregelmäßigkeiten bei der Verabschiedung der Reform gegeben haben soll. Damit bleibt die bisherige Parteispitze aus drei gleichberechtigten Vorsitzenden zunächst bestehen.

Der Parteivorstand missbilligte zudem mehrheitlich die von Lucke maßgeblich initiierte Gründung des Vereins "Weckruf 2015". Seine Rivalin und Co-Vorsitzende Petry twitterte, der Vorstoß sei parteischädigend. Mit dem "Weckruf" hatte Lucke Spekulationen befeuert, er bereite eine Abspaltung von der AfD vor. Lucke und Petry, die beide an der Vorstandssitzung teilnahmen, erklärten, dass sie nicht mehr zusammenarbeiten könnten. (Reuters, 22.5.2015)

  • Bernd Lucke wollte alleiniger Parteichef werden. Das ist ihm nicht gelungen. Die geplante Verkleinerung der Dreierspitze der Partei ist gescheitert.
    foto: epa/patrick seeger

    Bernd Lucke wollte alleiniger Parteichef werden. Das ist ihm nicht gelungen. Die geplante Verkleinerung der Dreierspitze der Partei ist gescheitert.

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