Burmas Marine rückt zu erstem Rettungseinsatz für Flüchtlinge aus

22. Mai 2015, 11:53
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208 Menschen wurden von einem Boot gerettet. Außerdem nimmt das Land auch einer internationalen Flüchtlingskonferenz teil

Rangun - In der Flüchtlingskrise in Südostasien beugt sich Burma (Myanmar) offenbar dem internationalen Druck: Die Marine des Landes, aus dem tausende Bootsflüchtlinge kommen, rückte in der Nacht zum Freitag zu einem ersten Rettungseinsatz aus und rettete vor der Küste mehr als 200 Flüchtlinge von einem Boot, wie ein Behördenvertreter sagte.

Ein Patrouillenschiff habe am Donnerstag zwei Schiffe vor der Küste Burmas entdeckt, sagte der Behördenvertreter aus dem westlichen Bundesstaat Rakhine, der Heimat der politisch verfolgten Rohingya. An Bord eines Schiffes waren den Angaben zufolge 208 Menschen, das andere war leer. Das Boot wurde in den Hafen von Maungdaw gebracht, wo die Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt und in einem provisorischen Flüchtlingslager untergebracht wurden.

Tausende Flüchtlinge auf hoher See

In den vergangenen Tagen waren in Indonesien, Malaysia und Thailand tausende Menschen aus Burma und Bangladesch eingetroffen, tausende weitere befinden sich teils seit Wochen auf See. Indonesien, Malaysia und Thailand hatten Migranten auf mehreren Schiffen jedoch nur notdürftig versorgt und dann wieder aufs Meer geschickt. Dieses Vorgehen wurde international scharf kritisiert.

Am Mittwoch hatten Malaysia und Indonesien dann ihre Bereitschaft zur vorübergehenden Aufnahme von Flüchtlingen erklärt. Am Donnerstag ordnete Malaysias Regierungschef Najib Razak auch die Rettung von Bootsflüchtlingen an. Auch Burma, von wo die Rohingya fliehen, kündigte schließlich an, Flüchtlingen auf See nun helfen zu wollen.

Viele Bootsflüchtlinge vor Südostasiens Küsten gehören der Minderheit der Rohingya aus Burma an. Als Muslime sind sie in dem mehrheitlich buddhistischen Land systematischer Diskriminierung ausgesetzt. Die Regierung bezeichnet die Rohingya als illegale Migranten aus dem benachbarten Bangladesch und lehnte bislang jede Verantwortung für die Volksgruppe ab. Auch aus Bangladesch fliehen viele Menschen vor Armut.

Burma nimmt an Flüchtlingskonferenz teil

Burma will nach erstem Widerstand nun auch an der internationalen Flüchtlingskonferenz am 29. Mai in Thailand teilnehmen. Es gebe aber zwei Bedingungen, sagte ein hoher Beamter des Außenministeriums. So dürfe Burma nicht für das Flüchtlingsdrama verantwortlich gemacht werden, und die Flüchtlinge dürften nicht als "Rohingya" bezeichnet werden.

Durch die Flüchtlingskrise hatte sich der internationale Druck auf Burma erhöht. Die Uno erklärte, dass die Flüchtlingskrise kein Ende nähme, solange die Diskriminierung der Rohingya fortgesetzt wird. Und am Wochenende sagte US-Präsident Barack Obama, dass die noch bestehenden Sanktionen gegen Burma aufrecht bleiben und es weitere geben könnte, sollte das Land weiter Minderheiten unterdrücken. (APA, red, 22.5.2015)

  • Dieser Rohingya-Bootsflüchtling kam erst kürzlich in Indonesien an. In einem provisorischen Lager nimmt er ein Bad, nachdem ihm der Kopf kahlgeschoren wurde.
    foto: reuters/beawiharta

    Dieser Rohingya-Bootsflüchtling kam erst kürzlich in Indonesien an. In einem provisorischen Lager nimmt er ein Bad, nachdem ihm der Kopf kahlgeschoren wurde.

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